„Am Besten rufen Sie mich morgen an.“ – Dieser Satz steht so in unzähligen E-Mails, und er enthält einen der beliebtesten Großschreibfehler überhaupt. Richtig ist Am besten rufen Sie mich morgen an: Das erste Wort ist nur wegen des Satzanfangs groß, „besten“ bleibt klein. Die Antwort auf die Frage am besten groß oder klein lautet also fast immer: klein, weil „am besten“ ein Superlativ ist, nach dem man mit „wie?“ fragt. compakt.de/ zeigt die Frageprobe, die in zwei Sekunden entscheidet, und die wenigen Fälle, in denen „Besten“ tatsächlich einen großen Buchstaben bekommt. Der Beitrag gehört zu unserer Serie über die häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.
Kurz gesagt
„Am besten“ ist die Superlativform des Adjektivs „gut“ mit „am“ und wird kleingeschrieben – genau wie am meisten, am wenigsten, am liebsten, am schnellsten, am ehesten. Groß wird es nur, wenn ein Substantiv dahintersteckt: mit Artikel (das Beste, sein Bestes geben) oder wenn „am“ wirklich „an dem“ bedeutet (Es fehlt am Nötigsten). Die beiden Proben dafür heißen „wie?“ und „an dem“.
Die Frageprobe: Wie? oder An dem?
Der Superlativ mit „am“ beschreibt, auf welche Weise etwas geschieht. Man kann danach fragen wie nach jedem anderen Adverb: Wie läuft er? – Am schnellsten. Wie geht das? – Am besten so. Wie erreichen Sie mich? – Am besten per E-Mail. Funktioniert die Frage „wie?“, bleibt der Superlativ klein. Das „am“ ist hier fester Bestandteil der Steigerungsform und lässt sich nicht in „an dem“ auflösen: An dem besten erreichen Sie mich per E-Mail ergibt keinen Sinn.
Genau diese Auflösung ist die zweite Probe. Bedeutet „am“ tatsächlich „an dem“, dann folgt ein Substantiv – und Substantive werden großgeschrieben. Wie das Prinzip der Substantivierung insgesamt funktioniert, erklärt unser Überblick zur Groß- und Kleinschreibung mit Regeln, Ausnahmen und typischen Fallen; für „am besten“ genügt es, beide Proben nacheinander anzuwenden.
Superlative mit „am“, nach denen man mit „wie?“ fragen kann, werden kleingeschrieben. Lässt sich „am“ dagegen in „an dem“ auflösen, ist das folgende Wort ein Substantiv und wird großgeschrieben.
Duden-Sprachwissen, Zweifelsfälle – sinngemäß

Wenn „am“ wirklich „an dem“ bedeutet
Die Ersatzprobe klingt akademisch, ist aber im Alltag schnell gemacht. Es fehlt am Nötigsten heißt ausgeschrieben Es fehlt an dem Nötigsten – das Nötigste ist hier eine Sache, an der es mangelt, also ein Substantiv, also groß. Er hängt am Alten heißt Er hängt an dem Alten – dasselbe Muster. Die Frage „wie?“ passt in diesen Sätzen nicht: Man fragt nicht Wie fehlt es?, sondern Woran fehlt es?
Machen Sie die Gegenprobe mit dem Ausgangssatz: Wie rufen Sie mich an? – Am besten morgen. Das ist die Frage nach der Art und Weise, nicht nach einer Sache. Wer beide Proben kombiniert, kommt bei keinem Satz ins Schleudern.
Das Beste, sein Bestes, zum Besten: die Substantivierungen
Sobald ein Artikel oder ein Possessivpronomen vor „Beste“ steht, ist die Sache klar: Substantiv, groß. Das Beste kommt zum Schluss. Ich gebe mein Bestes. Er gab eine Anekdote zum Besten. Wir hoffen das Beste. Bei aufs Beste erlaubt die Rechtschreibung beides – groß als Substantivierung, klein als aufs beste, wenn schlicht „sehr gut“ gemeint ist. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Wendungen nebeneinander.
| Ausdruck | Schreibung | Warum | Beispiel |
|---|---|---|---|
| am besten | klein | Superlativ, Frage „wie?“ | Am besten fahren wir früh los. |
| am meisten, am liebsten, am schnellsten | klein | Superlativ, Frage „wie?“ | Sie läuft am schnellsten. |
| das Beste | groß | Substantiv mit Artikel | Das Beste kommt zum Schluss. |
| sein Bestes geben | groß | Substantivierung | Ich gebe mein Bestes. |
| zum Besten geben | groß | Substantivierung | Er gab die Geschichte zum Besten. |
| aufs Beste / aufs beste | beides möglich | groß als Substantiv; klein, wenn „sehr gut“ gemeint ist | Alles ist aufs Beste geregelt. |
| am Nötigsten, am Alten | groß | „am“ = „an dem“, Substantiv | Es fehlt am Nötigsten. |
| bestens | klein | Adverb | Danke, es läuft bestens. |
| bestmöglich | klein | Adjektiv | die bestmögliche Lösung |
Bestens, bestmöglich und die Geschwister des Superlativs
Zwei Wörter aus derselben Familie sorgen immer wieder für Rückfragen, obwohl sie unproblematisch sind. Bestens ist ein Adverb und wird kleingeschrieben: Die Zusammenarbeit läuft bestens. Bestmöglich ist ein Adjektiv und ebenfalls klein: Wir suchen die bestmögliche Lösung. Beide haben weder Artikel noch „am“ – ein Grund für Großschreibung existiert nicht.
Ebenso verhalten sich alle anderen Superlative mit „am“, die im Alltag auftauchen: Welcher Tarif ist am günstigsten? Ich trinke Kaffee am liebsten schwarz. Diese Variante kostet am wenigsten. Am ehesten klappt es im Frühjahr. Die Frage „wie?“ (oder „wie sehr?“) funktioniert überall – und überall gilt: Superlativ mit „am“, klein.
Am besten groß oder klein im Büroalltag 2026
Die Wendung ist so häufig, dass sie in fast jeder Textsorte vorkommt. Drei Beispiele, in denen sich 2026 besonders viele Schreiber vertun:
- Vergleichsportale: Welcher Stromanbieter ist am günstigsten? – Superlativ, klein.
- Chat: Am besten morgen Vormittag, da habe ich Zeit. – „besten“ klein; die Tageszeit nach „morgen“ dagegen groß. Warum das so ist, erklärt der Beitrag zu heute Morgen groß oder klein.
- Bewerbung: In dieser Position möchte ich mein Bestes geben. – Substantivierung mit Possessivpronomen, groß.
In E-Mails treten die Fehler gern in Serie auf. Ein Satz wie Am Besten senden Sie mir die Unterlagen im Vorraus enthält gleich zwei davon; richtig heißt es Am besten senden Sie mir die Unterlagen im Voraus, und weshalb nur im Voraus und nicht im Vorraus korrekt ist, lesen Sie im eigenen Beitrag. Ähnlich beliebt ist die Kombination mit „zurzeit“: Zurzeit erreichen Sie mich am besten per E-Mail. Hier ist beides richtig – ob zurzeit oder zur Zeit zusammengehört, hängt von der Bedeutung ab.
Die typischen Fehler im Überblick, links falsch, rechts richtig:
- Am Besten rufen Sie mich an → Am besten rufen Sie mich an
- Ich gebe mein bestes → Ich gebe mein Bestes
- Das Angebot ist am Günstigsten → Das Angebot ist am günstigsten
- Er gab die Geschichte zum besten → Er gab die Geschichte zum Besten
- Alles läuft Bestens → Alles läuft bestens
Fünf Sätze zum Selbsttest
- Sie erreichen mich ___ (am besten / am Besten) vormittags.
- Wir hoffen ___ (das beste / das Beste).
- Welche Versicherung ist ___ (am günstigsten / am Günstigsten)?
- Es mangelt ___ (am nötigsten / am Nötigsten).
- Die Kollegin hat ihr ___ (bestes / Bestes) gegeben.
Lösungen: 1 am besten (wie?) · 2 das Beste (Artikel) · 3 am günstigsten (wie?) · 4 am Nötigsten (an dem) · 5 Bestes (Possessivpronomen). Satz 4 ist der Prüfstein: Wer hier die Ersatzprobe anwendet, hat die Regel verstanden.
Was Leser häufig fragen
Heißt es „am besten“ oder „am Besten“?
In fast allen Sätzen am besten, klein. Es ist der Superlativ von „gut“, nach dem man mit „wie?“ fragt. Groß wird „Besten“ nur mit Artikel (das Beste) oder wenn „am“ für „an dem“ steht.
Schreibt man „am besten“ am Satzanfang groß?
Nur das „Am“: Am besten rufen Sie mich an. Der Satzanfang macht das erste Wort groß, das zweite bleibt klein.
Ist „mein Bestes geben“ groß oder klein?
Groß. Das Possessivpronomen „mein“ zeigt, dass „Bestes“ hier ein Substantiv ist: Ich gebe mein Bestes.
Wie schreibt man „aufs Beste“?
Beides ist erlaubt. Aufs Beste ist die Substantivierung; aufs beste darf man schreiben, wenn einfach „sehr gut“ gemeint ist.
Unterm Strich
Die Frage am besten groß oder klein entscheidet sich mit einem einzigen Fragewort: Kann man „wie?“ fragen, bleibt der Superlativ klein. Steht ein Artikel dabei oder bedeutet „am“ ausgeschrieben „an dem“, ist es ein Substantiv – groß. Damit sind „am besten“, „am meisten“ und „am günstigsten“ klein, während „das Beste“, „sein Bestes“ und „am Nötigsten“ groß bleiben. Weitere Zweifelsfälle mit schneller Antwort finden Sie in unserer Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler.