Wie geht’s oder wie gehts? Der Apostroph nach der Reform

Wie geht’s? Wie gehts? Oder gar „Wie geht´s“ mit dem schrägen Strich von der Tastatur? Die Antwort auf wie geht’s oder wie gehts ist entspannter, als viele denken: Beide Schreibweisen sind erlaubt. Der Apostroph zeigt das ausgelassene e von „es“ an, und nach dem amtlichen Regelwerk ist er bei dieser Verkürzung möglich, aber nicht verpflichtend. Der Duden empfiehlt die Form mit Apostroph: geht’s, gibt’s, wenn’s. Falsch ist nur das Zeichen selbst, wenn statt des Apostrophs ein Akzent gesetzt wird. compakt.de/ erklärt, wann der Apostroph hingehört, wann er stört und welches Zeichen auf der Tastatur das richtige ist. Der Beitrag gehört zu unserer Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler.

Beides geht – aber eines geht besser

  • Erlaubt: Wie geht’s? und Wie gehts?
  • Duden-Empfehlung: mit Apostroph – geht’s, gibt’s, wenn’s, ist’s, hat’s
  • Falsch: geht´s, geht`s – das sind Akzente, keine Apostrophe
  • Nie mit Apostroph: ins, ans, aufs, fürs, vom, zum, beim

Wie geht’s oder wie gehts: Was der Apostroph hier leistet

In „Wie geht es?“ verschmilzt „es“ in der gesprochenen Sprache mit dem Verb – übrig bleibt ein s. Der Apostroph markiert die Stelle, an der das e ausgefallen ist. Das amtliche Regelwerk lässt ihn bei dieser Verkürzung zu, schreibt ihn aber nicht vor; deshalb ist Wie gehts? ohne Apostroph nicht falsch. Der Duden empfiehlt dennoch die Schreibung mit Apostroph, und zwar für die ganze Gruppe: geht’s, gibt’s, wenn’s, ist’s, hat’s.

Wird bei der Verschmelzung von Verb und „es“ das e ausgelassen, kann ein Apostroph die Auslassung kennzeichnen; verpflichtend ist er in diesem Fall nicht.

Erläuterung nach dem Amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung

Vollform Empfohlen (mit Apostroph) Ebenfalls zulässig
Wie geht es? Wie geht’s? Wie gehts?
Hier gibt es Rabatt. Hier gibt’s Rabatt. Hier gibts Rabatt.
wenn es klappt wenn’s klappt wenns klappt
Ist es so weit? Ist’s so weit? Ists so weit?
Hat es geklappt? Hat’s geklappt? Hats geklappt?
Infografik: Apostroph: wann ja, wann nein
Apostroph: wann ja, wann nein

Kein Apostroph: ins, ans, aufs und Co.

Ganz anders liegt der Fall bei Verschmelzungen von Präposition und Artikel. Ins, ans, aufs, fürs, durchs, ums, vom, zum und beim werden ohne Apostroph geschrieben – immer. „In’s Büro“ oder „auf’s Dach“ sind deshalb Fehler.

Der Unterschied zur ersten Gruppe: Bei geht’s fehlt tatsächlich ein Buchstabe, das e von „es“. Bei ins, ans oder zum handelt es sich dagegen um feste Verschmelzungen, die als eigene Wörter gelten – hier wird nichts ausgelassen, das man kennzeichnen müsste. Daraus ergibt sich der Merksatz: „Wo ein Buchstabe fehlt, darf der Apostroph hin – wo nichts fehlt, bleibt er weg.“

Das richtige Zeichen: ’ oder ‚, aber nie ´ oder `

Der Apostroph hat zwei zulässige Formen: das typografische Zeichen ’ und den geraden Strich ‚. Beide sind korrekt. Falsch sind dagegen die Akzentzeichen ´ und ` – „geht´s“ und „geht`s“ sind keine Schreibvarianten, sondern Tippfehler. Sie entstehen, weil die Tasten für Akzent und Apostroph auf der Tastatur nebeneinanderliegen. Auf dem Bildschirm ist der Unterschied klein, in einer gedruckten Bewerbung sieht man ihn. Gerade in schnell getippten Nachrichten rutscht der Akzent hinein – und wer schon beim Wort selbst unsicher ist, ob es E-Mail oder Email heißt, prüft die Betreffzeile am besten gleich zweimal.

Genitiv, Plural, Ladenschild: Die übrigen Apostrophregeln

Der Apostroph hat neben der Auslassung noch eine zweite Aufgabe: Bei Namen, die auf s, ß, x oder z enden, zeigt er den Genitiv an – Klaus’ Auto, Max’ Idee. Bei allen anderen Namen steht kein Apostroph: Annas Auto, nicht „Anna’s Auto“. Eine Ausnahme gilt für Eigennamen von Geschäften: Anna’s Café auf dem Ladenschild ist nach der jüngsten Aktualisierung des Regelwerks zugelassen, weil der Apostroph den Namen verdeutlicht. Im Plural hat er dagegen nie etwas zu suchen: CDs, Fotos, Handys – nicht „CD’s“.

Apostroph im Alltag 2026: Chat, Werbung, Ladenschild

  • Hey, wie geht’s dir? Lange nichts gehört. (Chat)
  • Nur diese Woche: Hier gibt’s Rabatt auf alle Winterjacken. (Werbung)
  • Anna’s Café – täglich ab 8 Uhr (Schild)
  • Wenn’s passt, treffen wir uns beim Bäcker ums Eck. (Chat – Apostroph bei „wenn’s“, keiner bei „beim“ und „ums“)

Wer im Chat weiterschreibt, landet schnell beim nächsten Klassiker: bisschen oder bischen. Und wer auf „Wie geht’s?“ antwortet, er sei gerade viel unterwegs, sollte wissen, wann zurzeit oder zur Zeit die passende Form ist.

Fehlerliste zum Abhaken

  • geht´s, geht`s → geht’s (Apostroph statt Akzent)
  • in’s Büro, auf’s Dach → ins Büro, aufs Dach
  • CD’s, Handy’s → CDs, Handys
  • Anna’s Auto → Annas Auto (aber Anna’s Café als Geschäftsname)
  • Klaus Auto → Klaus’ Auto

Kurz nachgefragt

Heißt es „wie geht’s“ oder „wie gehts“?

Beides ist erlaubt. Der Apostroph kennzeichnet das ausgelassene e von „es“ und ist nach dem amtlichen Regelwerk möglich, aber nicht Pflicht. Der Duden empfiehlt wie geht’s.

Ist „geht´s“ mit Akzent richtig?

Nein. Das Zeichen ´ ist ein Akzent, kein Apostroph. Richtig sind ’ oder der gerade Strich ‚.

Schreibt man „in’s“ oder „ins“?

Immer ins. Verschmelzungen von Präposition und Artikel wie ins, ans, aufs und zum bekommen keinen Apostroph.

Ist „Anna’s Café“ ein Fehler?

Als Geschäftsname nicht: Die jüngste Aktualisierung des Regelwerks lässt den Apostroph in Eigennamen von Geschäften zur Verdeutlichung zu. Im normalen Genitiv bleibt es bei Annas Auto.

Fazit: Der Apostroph darf, aber muss nicht

Bei wie geht’s oder wie gehts gibt es keinen Fehler zu fürchten, solange Sie das richtige Zeichen setzen: Beide Formen sind zulässig, der Duden empfiehlt den Apostroph. Er markiert einen ausgefallenen Buchstaben – deshalb gehört er in gibt’s und wenn’s, aber nie in ins, zum oder in den Plural Handys. Weitere Zweifelsfälle mit Kurzantwort finden Sie in unserer Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler.