Die gesetzlichen Renten sollen zum 1. Juli 2027 um 4,09 Prozent steigen. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2026 hervor, den das Bundesarbeitsministerium jetzt zur Abstimmung an die anderen Ressorts gegeben hat. Endgültig ist die Zahl noch nicht: Festgelegt wird die Erhöhung erst im Frühjahr 2027.
Über den Entwurf hatte zuerst die FAZ berichtet, das Handelsblatt konnte die Zahlen ebenfalls einsehen. Zum Vergleich: Im Juli 2026 stiegen die Renten laut Bundesregierung um 4,24 Prozent, der aktuelle Rentenwert liegt seitdem bei 42,52 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Prognose: plus 4,09 Prozent zum 1. Juli 2027, der Rentenwert stiege von 42,52 auf etwa 44,26 Euro.
- Die Standardrente würde um rund 78 Euro brutto im Monat steigen.
- Der Rentenbeitrag bleibt 2027 bei 18,6 Prozent, soll aber 2028 auf 19,7 Prozent steigen.
Wie viel mehr Rente bekommen Sie ab Juli 2027?
Bei einer Erhöhung um 4,09 Prozent ergibt sich für typische Bruttorenten folgendes Bild. Es handelt sich um eine Beispielrechnung auf Basis der Prognose, nicht um verbindliche Werte:
| Bruttorente heute | Plus pro Monat | Bruttorente ab Juli 2027 |
|---|---|---|
| 1.000 Euro | 40,90 Euro | 1.040,90 Euro |
| 1.200 Euro | 49,08 Euro | 1.249,08 Euro |
| 1.500 Euro | 61,35 Euro | 1.561,35 Euro |
| 2.000 Euro | 81,80 Euro | 2.081,80 Euro |
| Standardrente (45 Beitragsjahre): 1.913,40 Euro | 78,30 Euro | 1.991,70 Euro |
Von diesen Bruttobeträgen gehen noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Wer zusätzlich steuerpflichtig ist, muss auch die Einkommensteuer im Blick behalten: Jede Rentenerhöhung erhöht den steuerpflichtigen Teil der Rente vollständig.
Warum fällt die Prognose niedriger aus als zuvor?
Im Rentenversicherungsbericht des Vorjahres war für 2027 noch ein Plus von 4,75 Prozent veranschlagt worden, die Deutsche Rentenversicherung rechnete im Frühjahr 2026 mit etwa 4,4 Prozent. Das berichtet die Berliner Zeitung. Eine offizielle Begründung für die niedrigere Zahl gibt es bislang nicht. Grundsätzlich folgt die Rentenanpassung der Lohnentwicklung des Vorjahres.
Dass sich die Zahl bis zum Sommer noch ändern kann, zeigt das laufende Jahr: Für 2026 hatte die Regierung im Herbst 2025 mit 3,73 Prozent gerechnet, tatsächlich wurden es 4,24 Prozent.
Wann steht die Erhöhung fest und wann kommt das Geld?
- März 2027: Sobald die Lohndaten für 2026 vorliegen, wird die Erhöhung berechnet. Danach müssen Bundeskabinett und Bundesrat zustimmen.
- Juni 2027: Die Rentenversicherung verschickt die Mitteilungen über die Rentenanpassung. Einen Antrag müssen Sie nicht stellen.
- Auszahlung: Wer seit April 2004 oder später Rente bezieht, bekommt sie am Monatsende – das erste Plus also Ende Juli 2027. Wer schon vorher Rentner war, erhält die Rente im Voraus und sieht die Erhöhung bereits Ende Juni.
Was bedeutet der Bericht für Beschäftigte?
Für Arbeitnehmer bleibt der Rentenbeitrag 2027 bei 18,6 Prozent. Laut Entwurf soll er 2028 auf 19,7 Prozent und bis 2030 auf rund 20 Prozent steigen, weil die Rücklage der Rentenversicherung schrumpft. Der Arbeitnehmeranteil würde damit von 9,3 auf 9,85 Prozent wachsen. Wer überlegt, Rentenabschläge durch Sonderzahlungen auszugleichen, sollte wissen, dass diese Möglichkeit schon ab 2027 teurer wird.
Auch für Menschen, die neben der Rente arbeiten, ändern sich 2027 Regeln – etwa beim Krankengeld für Teilrentner.
Alle Zahlen beruhen auf einem Entwurf, den das Kabinett noch beschließen muss. Für Ihre persönliche Rentenhöhe ist allein der Bescheid der Deutschen Rentenversicherung maßgeblich; bei Fragen helfen die kostenlosen Beratungsstellen der Rentenversicherung.
Foto: Gebäude der Deutschen Rentenversicherung Bund am Hohenzollerndamm in Berlin. Dirk Ingo Franke, CC BY 3.0, Wikimedia Commons.