Stetig steigende Spritpreise bringen Unternehmen im Jahr 2026 an ihre Grenzen – so lassen sich die Kosten reduzieren

Der Blick auf die Preisanzeigen der Tankstellen bereitet zahlreichen Unternehmen die eine oder andere Sorgenfalte auf der Stirn.

Mit dem Iran-Krieg kletterten die Preise weit über 2,00 Euro pro Liter – selbst bei Diesel. Unternehmen treffen die Preise nicht irgendwann in der Jahresbilanz, sondern sofort im Geschäftsalltag. Der Transporter fährt zur Baustelle, der Außendienst zum Kundentermin, der Lkw zur nächsten Rampe. Das heißt: Mit jedem Kilometer schrumpft die Marge ein Stück weiter. In diesem Artikel möchten wir unsere Leser darüber informieren, wie sie trotz der Spritsituation an den Zapfsäulen bares Geld sparen.

Wie stark belastet die Situation Unternehmen in Deutschland?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es steht jedoch fest: Die Spritpreise dürften jedem Unternehmen mit einem Fuhrpark merklich zu schaffen machen. So berichtete ein Handwerksunternehmen aus Heidenheim dem SWR, dass seine monatlichen Dieselkosten von rund 4.000 auf bis zu 5.500 € gestiegen seien. Bei laufenden Verträgen lässt sich das nicht einfach weitergeben. Genau darin liegt das Problem: Kraftstoffkosten sind längst kein kleiner Posten mehr, sondern ein echter Risikofaktor für die Planung.

Wie können Unternehmen trotz der steigenden Preise ihre Spritkosten senken?

Trotz der steigenden Preise können Unternehmen ihre Kosten an der Zapfsäule senken, und zwar durch:

  • Tankkarten effektiv nutzen
  • korrektes Fahrverhalten
  • direkte Routenplanung
  • Kontrolle der Kosten pro Fahrzeug
  • vernünftiges Tankmanagement

Tipp 1: Tankkarten effektiv nutzen

Mit einer Tankkarte sparen Unternehmen bei jedem Tankvorgang mehrere Euro. Bei der Shell-Tankkarte von Radius sind laut Anbieter beispielsweise bis zu 3 Cent Rabatt pro Liter möglich – abhängig vom gewählten Tarif und den jeweiligen Konditionen.

Das wirkt auf den ersten Blick überschaubar. Im Fuhrpark entstehen daraus jedoch schnell relevante Beträge. Verbraucht ein Betrieb beispielsweise 5.000 Liter im Monat, entsprechen 3 Cent pro Liter einer Ersparnis von 150 Euro monatlich oder 1.800 Euro im Jahr. Bei 20.000 Litern monatlichem Verbrauch wären es rechnerisch bereits 600 Euro pro Monat beziehungsweise 7.200 Euro pro Jahr.

Zusätzlich schaffen Radius Tankkarten bessere Planungssicherheit. Je nach Karte und Abrechnungsmodell profitieren Unternehmen von rabattierten Säulenpreisen oder festen Tages- beziehungsweise Wochenpreisen. Das macht Kraftstoffausgaben berechenbarer, gerade wenn die Preise an den Tankstellen stark schwanken. Radius weist außerdem darauf hin, dass digitale Belege, zentrale Rechnungen und Ausgabenanalysen den Verwaltungsaufwand reduzieren können.

Tipp 2: Fahrverhalten kontrollieren

Starkes Beschleunigen, hohe Drehzahlen und häufiges Bremsen treiben den Verbrauch nach oben. Gerade bei Lieferfahrzeugen und Lkw summiert sich das schnell. Eine vorausschauende Fahrweise spart nicht nur Kraftstoff, sondern schont auch Bremsen, Reifen und Motor.

Dazu gehören:

  • ein frühzeitiges Hochschalten
  • eine möglichst gleichmäßige Geschwindigkeit
  • das Ausschalten des Motors bei längeren Standzeiten

Auch der technische Zustand der Fahrzeuge gehört auf die Liste. Zu niedriger Reifendruck, unnötige Ladung oder Dachaufbauten können den Verbrauch erhöhen. Die IHK Schwaben empfiehlt deshalb unter anderem regelmäßige Wartung, Reifendruckkontrollen und eine Reduzierung unnötigen Gewichts.

Tipp 3: Routen richtig planen

Leerfahrten, Umwege und schlecht abgestimmte Termine gehören zu den größten Kostentreibern im Fuhrpark. Ein Handwerksbetrieb kann etwa prüfen, ob mehrere Baustellen in derselben Region an einem Tag gebündelt werden können.

Speditionen profitieren davon, Rückfahrten frühzeitig mit Ladung zu planen. Außendienstteams können manche Besprechung inzwischen per Video erledigen, statt dafür mehrere Stunden auf der Straße zu verbringen. Digitale Routen- und Einsatzplanung hilft dabei, Verkehrsstörungen schneller zu berücksichtigen und unnötige Strecken zu vermeiden.

Tipp 4: Fahrzeugkosten kontrollieren

Unternehmen sollten die Kosten je Fahrzeug und idealerweise auch je gefahrenem Kilometer erfassen. So lassen sich Fragen beantworten, die sonst im Bauchgefühl hängen bleiben:

  • Welcher Transporter verbraucht mehr als vergleichbare Fahrzeuge?
  • Welche Fahrer fahren besonders effizient?
  • Welche Strecke verursacht wiederkehrend hohe Kosten?
  • Wann lohnt sich ein Fahrzeugwechsel eher als die nächste Reparatur?

Regelmäßiges Controlling schafft keine Wunder. Aber es verhindert, dass hohe Kraftstoffkosten im Tagesgeschäft verschwinden und erst am Monatsende für Ärger sorgen. Wer ohnehin mehrere laufende Fahrzeugkosten prüft, sollte auch ADAC-Beiträge und weitere Fixkosten im Blick behalten.

Tipp 5: Vernünftiges Tankmanagement

Die Preise ändern sich nicht nur von Region zu Region, sondern oft mehrfach am selben Tag. Laut Fuchsbriefe wurden 2025 rund 335 Millionen Preisänderungen bei E5, E10 und Diesel registriert. Besonders teuer kann das Tanken direkt an Autobahnen werden. Dort lagen die Aufschläge dem Bericht zufolge deutlich über dem Niveau von Straßentankstellen.

Für Unternehmen heißt das: Tankvorgänge brauchen klare Regeln. Welche Tankstellen sind freigegeben? Wann wird getankt? Welche Apps oder Karten dürfen Fahrer nutzen? Und wann lohnt sich ein kurzer Umweg zu einer günstigeren Station?

Steigende Spritpreise können nicht kontrolliert werden – die eigenen Prozesse schon. Wer Tankkarten gezielt nutzt, Fahrverhalten und Routen optimiert sowie Kosten konsequent auswertet, reduziert den Verbrauch und entlastet den Fuhrpark spürbar. So bleibt auch bei teurem Diesel und Benzin mehr von der Marge übrig.