„Nichts desto trotz freuen wir uns auf die Zusammenarbeit“ – so endet eine Mail, die bis zu diesem Satz fehlerfrei war. Der Schluss aber enthält einen Klassiker: Richtig ist ausschließlich nichtsdestotrotz, ein einziges Wort, kleingeschrieben und ohne Leerzeichen. Bei nichtsdestotrotz oder nichts desto trotz gibt es also keine Wahl, erklärt compakt.de/ – wohl aber bei der Frage, ob das Wort in Ihren Text passt. Dieser Beitrag klärt Schreibweise, Herkunft, Komma und Stil und gehört zu unserer Serie über die häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.
Die Antwort in drei Punkten
- nichtsdestotrotz – ein Wort, klein: Nichtsdestotrotz bleibt die Frage offen.
- nichts desto trotz, nichts destotrotz, nichtsdestotrotzdem – alle drei sind falsch.
- Bedeutung: trotzdem, dennoch, gleichwohl, ungeachtet dessen.
Das Wort hat vier Silben – nichts-des-to-trotz – und wird in einem Atemzug gesprochen. Genau so wird es geschrieben: als Block, nicht als Kette einzelner Wörter. Wer sich das merken will, nimmt den Satz aus der Redaktion: Ein Wort, weil es eine Haltung ist – trotz allem.

Ein Scherz aus dem Hörsaal wird Standard
Dass die Zusammenschreibung so vielen Menschen widerstrebt, hat einen Grund: Das Wort sieht aus, als wäre es aus Bausteinen zusammengesetzt. Genau das ist es auch – und zwar mit Absicht. Nichtsdestotrotz entstand im 19. Jahrhundert in der Studentensprache als scherzhafte Kreuzung aus nichtsdestoweniger und trotzdem. Sprachwissenschaftler nennen so etwas eine Kontamination: Zwei Wörter mit gleicher Bedeutung werden ineinandergeschoben, und heraus kommt ein drittes, das klingt, als hätte es schon immer existiert.
Lange galt das Ergebnis als umgangssprachlich – als etwas, das man sagt, aber lieber nicht schreibt. Diese Zeit ist vorbei: Der Duden verzeichnet nichtsdestotrotz heute als standardsprachlich. Die Herkunft erklärt zugleich, warum nur die Zusammenschreibung funktioniert. Das Wort wurde als Einheit erfunden; eine getrennte Vorstufe nichts desto trotz hat es nie gegeben.
Nichtsdestotrotz oder nichts desto trotz: alle Varianten im Überblick
In Mails, Foren und Kommentarspalten kursieren mehrere Schreibungen. Nur eine davon besteht die Prüfung:
| Schreibweise | Bewertung | Warum |
|---|---|---|
| nichtsdestotrotz | richtig | ein Wort, klein – die einzige korrekte Form |
| nichts desto trotz | falsch | drei Wörter – das Wort war nie eine Wortgruppe |
| nichts destotrotz | falsch | halbe Zusammenschreibung, weder das eine noch das andere |
| nichtsdestotrotzdem | falsch | trotzdem steckt bereits im Wort, die Endung ist doppelt |
| nichtsdestoweniger | richtig | der ältere Verwandte, ebenfalls ein Wort, gleiche Bedeutung |
Nichtsdestotrotz wird ausschließlich in einem Wort und klein geschrieben; eine Getrenntschreibung ist nicht zulässig. Das Adverb gilt heute als standardsprachlich.
Duden-Sprachwissen, Zweifelsfälle
Diese Logik reicht weit über den Einzelfall hinaus. Welche Wortgruppen zu einem Wort zusammenwachsen und welche getrennt bleiben, erklärt unser Grundlagenbeitrag zur Getrennt- und Zusammenschreibung – mit den Regeln, die Sie im Büroalltag wirklich brauchen.
Komma – ja oder nein?
Ein zweiter Irrtum hängt sich gern an den ersten: das Komma. Viele setzen nach nichtsdestotrotz am Satzanfang ein Komma, weil sie das Wort für einen Einschub halten. Es ist aber ein ganz normales Adverb, und ein Adverb wird nicht abgetrennt. Das Verb folgt direkt:
- richtig: Nichtsdestotrotz bleibt die Frage offen.
- richtig: Wir haben den Liefertermin nichtsdestotrotz gehalten.
- falsch: Nichtsdestotrotz, bleibt die Frage offen.
Die Regel lautet also: Kein Komma nach nichtsdestotrotz. Das gilt am Satzanfang – und mitten im Satz gibt es ohnehin keinen Anlass für ein Satzzeichen.
Stilfrage: Wann „dennoch“ die bessere Wahl ist
Korrekt geschrieben heißt noch nicht gut gewählt. Nichtsdestotrotz trägt seine scherzhafte Herkunft bis heute mit sich: In gehobenen oder wissenschaftlichen Texten wirkt es manchmal flapsig, als hätte sich jemand einen kleinen Witz erlaubt. In Blogs, Reden, Newslettern und E-Mails dagegen ist es völlig üblich und stört niemanden.
Wer einen neutralen Ton braucht, hat Alternativen, die alle dasselbe bedeuten:
- dennoch – neutral und knapp, passt in jede Textsorte
- gleichwohl – neutral, etwas gehobener
- trotzdem – alltäglich, gesprochen wie geschrieben
- nichtsdestoweniger – der ältere Verwandte, ebenfalls ein Wort, förmlicher
- ungeachtet dessen – zwei Wörter, förmlich
Für eine Bewerbung 2026 heißt das: Dennoch bringe ich die nötige Erfahrung mit klingt souveräner als Nichtsdestotrotz bringe ich die nötige Erfahrung mit. In der Teamnachricht danach dürfen Sie das lange Wort gern verwenden – dort passt seine lockere Note.
Aus derselben Werkstatt: zumindestens und einzigste
Die Kontamination hat Geschwister – mit dem Unterschied, dass sie es nie in den Duden geschafft haben. Zumindestens ist eine Kreuzung aus zumindest und mindestens und schlicht falsch; richtig ist eines von beiden. Einzigste ist ebenfalls ein Fehler – es gibt nur einzige. Beide Formen begegnen Ihnen täglich in Chats, beide sollten in einer Mail an Kunden nicht vorkommen.
Wer bei der Getrennt- und Zusammenschreibung unsicher ist, stolpert übrigens oft in beide Richtungen. Bei vor allem oder vorallem ist es genau umgekehrt: Dort ist die Getrenntschreibung richtig und die Zusammenschreibung der Fehler. Ähnlich bei des Weiteren oder desweiteren, wo zusätzlich die Großschreibung ins Spiel kommt. Und dass ein Ausdruck in zwei Schreibweisen mit unterschiedlicher Verwendung existieren kann, zeigt der Dauerbrenner zurzeit oder zur Zeit.
Häufige Fragen
Heißt es nichtsdestotrotz oder nichts desto trotz in einer E-Mail?
Immer nichtsdestotrotz, ein Wort. Die getrennte Schreibung ist in jeder Textsorte ein Fehler – auch in der lockersten Mail.
Ist nichtsdestotrotz überhaupt ein richtiges Wort?
Ja. Es entstand zwar als Scherz aus nichtsdestoweniger und trotzdem, steht heute aber als standardsprachliches Adverb im Duden.
Kommt nach nichtsdestotrotz ein Komma?
Nein. Es ist ein Adverb und wird nicht abgetrennt: Nichtsdestotrotz haben wir den Termin gehalten.
Was ist der Unterschied zwischen nichtsdestotrotz und nichtsdestoweniger?
In der Bedeutung keiner, beide heißen dennoch. Nichtsdestoweniger ist die ältere, förmlichere Form, aus der das jüngere Wort gebildet wurde – und ebenfalls ein einziges Wort.
Fazit
Die Frage nichtsdestotrotz oder nichts desto trotz hat eine einzige Antwort: zusammen, klein, ohne Komma. Das Wort ist eine bewusste Kreuzung aus nichtsdestoweniger und trotzdem, längst standardsprachlich und in Mails, Reden und Blogs zu Hause. Nur wo es förmlich zugeht, greifen Sie besser zu dennoch oder gleichwohl. Weitere Zweifelsfälle mit Kurzantwort finden Sie in unserer Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler.