Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?

Wann sollte die Grippeimpfung 2026/27 erfolgen? Überblick zu STIKO-Empfehlungen, Risikogruppen, Impfstoffen, Kosten und wichtigen Terminen.

Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?

Die Grippeschutzimpfung 2026 wird für die kommende Influenzasaison 2026/27 wieder vor allem im Herbst relevant. In Deutschland empfiehlt die STIKO die jährliche Impfung insbesondere für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen sowie für Menschen mit einem erhöhten beruflichen oder privaten Infektionsrisiko. Für die meisten dieser Gruppen ist der Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember günstig, diе compakt.de berichtet.

Neu ist nicht das Grundprinzip der Impfung, sondern der Impfstoff selbst: Seine Antigenzusammensetzung wird jedes Jahr an die erwarteten Influenzaviren angepasst. Für die Saison 2026/27 haben WHO und europäische Arzneimittelexperten eine neue Kombination festgelegt. Wer im vergangenen Winter geimpft wurde, hat deshalb nicht automatisch den für 2026/27 vorgesehenen saisonalen Impfschutz.

Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?
Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?

Entscheidend ist nicht, möglichst früh irgendeine Grippeimpfung zu bekommen, sondern im passenden Zeitraum den für die Saison 2026/27 vorgesehenen Impfstoff zu erhalten.

Grippeschutzimpfung 2026: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Für die Grippeimpfung 2026/27 liegt das reguläre Zeitfenster im Herbst. Als Orientierung gilt weiterhin: ab Oktober bis etwa Mitte Dezember. Nach der Impfung braucht das Immunsystem ungefähr 10 bis 14 Tage, um einen ausreichenden Schutz aufzubauen.

Eine Impfung bereits sehr früh im Spätsommer ist für die meisten Menschen deshalb nicht automatisch besser. Der Schutz soll möglichst dann gut ausgeprägt sein, wenn die Influenzawelle tatsächlich Fahrt aufnimmt. In Deutschland lag deren Schwerpunkt in vielen vergangenen Saisons nach dem Jahreswechsel.

„Die Impfung gegen Grippe sollte jedes Jahr, vorzugsweise ab Oktober bis Mitte Dezember, durchgeführt werden.“

Ist eine Impfung im Januar noch sinnvoll?

Wer den Herbsttermin verpasst hat, muss die Saison nicht automatisch abschreiben. Eine Influenza-Impfung kann auch zu Beginn des neuen Jahres noch sinnvoll sein, insbesondere wenn die Grippewelle noch nicht begonnen hat oder erst anläuft.

Der passende Zeitpunkt hängt außerdem von individuellen Risiken ab. Menschen mit chronischen Erkrankungen oder hohem Expositionsrisiko sollten eine verspätete Impfung nicht allein anhand des Kalenders entscheiden.

ZeitpunktEinordnung für die Saison 2026/27
September 2026Für die meisten Menschen noch früh
Oktober 2026Günstiger Beginn des regulären Impfzeitraums
November 2026Sehr gut geeigneter Zeitraum
Anfang bis Mitte Dezember 2026Weiterhin regulär empfohlen
Januar 2027Nachholen kann noch sinnvoll sein
Während laufender GrippewelleIndividuell prüfen, Schutzaufbau dauert 10 bis 14 Tage

Für wen empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung?

Eine allgemeine Standardempfehlung für sämtliche gesunden Erwachsenen gibt es in Deutschland nicht. Eine STIKO-Grippeimpfung ist dagegen für klar definierte Gruppen vorgesehen, bei denen Influenza häufiger schwer verlaufen kann oder ein besonderes Übertragungsrisiko besteht.

Dazu gehören:

  • Menschen ab 60 Jahren;
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel;
  • Schwangere mit relevanter Grunderkrankung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel;
  • Personen ab sechs Monaten mit bestimmten chronischen Erkrankungen;
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen;
  • Menschen, die besonders gefährdete Personen betreuen oder mit ihnen im selben Haushalt leben;
  • medizinisches Personal sowie Beschäftigte mit intensivem Publikumsverkehr;
  • Personen mit häufigem, regelmäßigem und direktem Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben.

Zu den relevanten Grunderkrankungen zählen unter anderem chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, andere Stoffwechselerkrankungen, Immundefekte und HIV. In der 2026 geltenden Schutzimpfungs-Richtlinie wird außerdem Adipositas ab einem BMI von 30 als entsprechende Indikation aufgeführt.

Eine breitere Übersicht über aktuelle Impfempfehlungen bietet der compakt.de-Ratgeber zu Impfungen 2026 in Deutschland und den STIKO-Empfehlungen.

Was gilt für gesunde Erwachsene unter 60?

Gesunden Erwachsenen unter 60 rät die STIKO nicht generell von einer Impfung ab. Sie gehören lediglich nicht automatisch zur Standard-Risikogruppe. Eine Impfung kann beispielsweise bei sehr vielen Kontakten im Arbeitsalltag oder beim engen Zusammenleben mit besonders gefährdeten Angehörigen sinnvoll sein.

Die Kostenfrage sollte in solchen Fällen vorab mit der Krankenkasse oder dem Arbeitgeber geklärt werden. Den allgemeinen Versicherungsrahmen erklärt der Überblick zur Krankenversicherung in Deutschland 2026.

Ab 60 gelten besondere Impfstoff-Empfehlungen

Für Menschen ab 60 beschränkt sich die Empfehlung nicht auf den Termin. Die STIKO sieht einen inaktivierten Hochdosis-Impfstoff oder einen MF59-adjuvantierten Grippeimpfstoff mit der jeweils aktuellen Antigenkombination vor.

Der Hintergrund liegt in der Immunantwort im höheren Alter. Sie kann schwächer ausfallen als bei jüngeren Erwachsenen. Hochdosis- und adjuvantierte Impfstoffe sollen deshalb eine stärkere Immunreaktion auslösen und zeigen bei älteren Menschen eine etwas bessere Wirksamkeit als herkömmliche Standardimpfstoffe.

„Standardimpfung für Personen ab dem Alter von 60 Jahren.“

Kann einer dieser bevorzugten Impfstoffe im medizinisch begründeten Einzelfall nicht verwendet werden, sieht die Schutzimpfungs-Richtlinie einen inaktivierten Standardimpfstoff als Alternative vor.

Menschen ab 60 sollten beim Impftermin deshalb nicht nur nach „der Grippeimpfung“, sondern nach dem für ihre Altersgruppe vorgesehenen Impfstoff fragen.

Was ist beim Impfstoff 2026/27 neu?

Influenzaviren verändern sich laufend. Deshalb wird die Zusammensetzung der saisonalen Impfstoffe jedes Jahr neu festgelegt. Für die nördliche Hemisphäre 2026/27 sind erneut drei wesentliche Viruskomponenten vorgesehen.

Bei eibasierten Impfstoffen umfasst die Empfehlung:

  1. einen A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnlichen Stamm;
  2. einen A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnlichen Stamm;
  3. einen B/Tokyo/EIS13-175/2025-ähnlichen Stamm aus der B/Victoria-Linie.

Bei zellbasierten Impfstoffen unterscheiden sich die empfohlenen H3N2- und B/Victoria-Referenzviren teilweise. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das nicht, dass selbst zwischen einzelnen Virusstämmen ausgewählt werden muss. Relevant ist ein für die Saison zugelassener und zur jeweiligen Alters- beziehungsweise Risikogruppe passender Impfstoff.

Die Entwicklung hin zu trivalenten Influenza-Impfstoffen hängt auch damit zusammen, dass Viren der B/Yamagata-Linie seit März 2020 nicht mehr regulär nachgewiesen wurden. Für die Saison 2026/27 gibt es deshalb in der EU keine reguläre Empfehlung mehr, diese Linie in den saisonalen Dreifachimpfstoff aufzunehmen.

Schwangerschaft, Kinder und besondere Risikogruppen

Schwangere gehören zu den Gruppen, für die eine saisonale Influenza schwerwiegendere Folgen haben kann. Bei ansonsten gesunden Schwangeren empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem zweiten Trimenon. Liegt zusätzlich eine chronische Grunderkrankung mit erhöhtem Risiko vor, kann die Empfehlung bereits ab dem ersten Trimenon gelten.

Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?
Grippeschutzimpfung 2026/27: Wann und für wen?

Organisatorische und medizinische Themen während der Schwangerschaft sind zusätzlich im compakt.de-Überblick zur Schwangerschaft in Deutschland 2026 zusammengefasst.

Grippeimpfung bei Kindern

Eine allgemeine Influenza-Standardimpfung für alle gesunden Kinder gibt es in Deutschland weiterhin nicht. Besteht wegen einer Grunderkrankung eine Indikation, kann die Impfung ab einem Alter von sechs Monaten vorgesehen sein.

Für Kinder bis acht Jahre, die zum ersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden, sieht die Schutzimpfungs-Richtlinie zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen vor. Bei Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren wird bei bestehender Indikation grundsätzlich ein inaktivierter Impfstoff genannt. Ein nasaler Lebendimpfstoff kann in medizinisch begründeten Fällen eine Alternative sein, unterliegt aber eigenen Anwendungseinschränkungen.

Wer die Kosten der Grippeimpfung 2026 trägt

Für gesetzlich Versicherte, die unter die festgelegte Impfempfehlung fallen, gehört die Influenza-Impfung grundsätzlich zum Leistungsanspruch. Das umfasst bei Menschen ab 60 auch den empfohlenen Hochdosis- beziehungsweise MF59-adjuvantierten Impfstoff.

Bei gesunden Personen unter 60 ohne STIKO-Indikation ist die Lage weniger einheitlich. Manche Krankenkassen übernehmen die Grippeimpfung als zusätzliche Satzungsleistung. Arbeitgeber bieten sie ebenfalls häufig im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge an.

Vor dem Termin helfen drei kurze Prüfungen:

  1. Gehört die Person aufgrund von Alter, Schwangerschaft, Erkrankung oder Beruf zur empfohlenen Gruppe?
  2. Welcher Impfstoff ist für Alter und gesundheitliche Situation vorgesehen?
  3. Falls keine reguläre Empfehlung besteht, übernimmt Krankenkasse oder Arbeitgeber die Kosten?

Weitere Unterschiede bei Leistungen und Zusatzangeboten zeigt der compakt.de-Vergleich zur besten Krankenkasse 2026.

Wo kann man sich 2026 gegen Grippe impfen lassen?

Die klassische Anlaufstelle bleibt die Hausarztpraxis. Impfungen erfolgen außerdem unter anderem in internistischen, kinderärztlichen und gynäkologischen Praxen. Abhängig vom Angebot kommen Gesundheitsämter und betriebsärztliche Impfaktionen hinzu.

Auch Apotheken dürfen Erwachsene unter den gesetzlichen Voraussetzungen gegen Influenza impfen. Das kann insbesondere für Menschen praktisch sein, die keine ärztliche Untersuchung benötigen und lediglich eine unkomplizierte saisonale Impfung erhalten möchten.

Eine Grippeimpfung ersetzt keine Abklärung akuter Beschwerden. Bei Erkrankung und Impftermin handelt es sich um zwei unterschiedliche Situationen.

Wer für eine medizinische Abklärung kurzfristig einen Termin benötigt, findet im Ratgeber zum Arzttermin 2026 und dem Terminservice 116117 die wichtigsten Wege durch das deutsche Versorgungssystem.

Wann zum Arzt?

Vor einer Influenza-Impfung 2026 ist ärztliche Rücksprache besonders sinnvoll, wenn frühere Impfungen schwere allergische Reaktionen ausgelöst haben, eine bekannte Allergie gegen Impfstoffbestandteile besteht oder eine ausgeprägte Immunschwäche vorliegt. Gleiches gilt bei Unsicherheit darüber, welcher Impfstoff aufgrund einer chronischen Erkrankung geeignet ist.

Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung mit mindestens 38,5 Grad Celsius oder einer akuten Infektion wird die Impfung üblicherweise bis zur Genesung verschoben. Ein leichter Infekt ohne hohes Fieber bedeutet dagegen nicht automatisch, dass kein Impftermin stattfinden kann; die konkrete Entscheidung richtet sich nach dem Gesundheitszustand.

Medizinische Hilfe sollte unabhängig vom Impfstatus gesucht werden, wenn während einer Atemwegsinfektion deutliche Atemnot, starke Brustschmerzen, ausgeprägte Kreislaufprobleme, Verwirrtheit, anhaltend hohes Fieber oder eine rasche Verschlechterung auftreten.

FAQ zur Grippeschutzimpfung 2026/27

Wann sollte man sich 2026 gegen Grippe impfen lassen?

Der bevorzugte Zeitraum reicht von Oktober bis Mitte Dezember 2026. Der vollständige Impfschutz entwickelt sich ungefähr innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

Wer sollte die Grippeschutzimpfung 2026 bekommen?

Besonders empfohlen wird sie Menschen ab 60, Schwangeren, Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Pflegeheimbewohnern sowie mehreren beruflich oder privat besonders exponierten Gruppen.

Braucht man die Grippeimpfung jedes Jahr neu?

Ja. Die Impfung erfolgt einmal pro Saison, weil sich Influenzaviren verändern und die Zusammensetzung des Impfstoffs regelmäßig angepasst wird.

Welcher Grippeimpfstoff ist ab 60 empfohlen?

Für Personen ab 60 sieht die STIKO einen inaktivierten Hochdosis-Impfstoff oder einen MF59-adjuvantierten Influenza-Impfstoff mit aktueller Antigenkombination vor.

Kann man die Grippeimpfung im Januar 2027 nachholen?

Das kann noch sinnvoll sein, insbesondere wenn die Influenzawelle noch nicht begonnen hat oder erst am Anfang steht. Da der Schutzaufbau etwa zwei Wochen benötigt, sollte der Zeitpunkt individuell beurteilt werden.

Zahlt die Krankenkasse die Grippeschutzimpfung?

Bei gesetzlich Versicherten wird die Impfung für die Gruppen übernommen, für die sie entsprechend der Schutzimpfungs-Richtlinie vorgesehen ist. Bei gesunden Menschen unter 60 ohne reguläre Indikation können freiwillige Zusatzleistungen der jeweiligen Krankenkasse greifen.

Kann man trotz Impfung Influenza bekommen?

Ja. Die Impfung verhindert nicht jede Infektion. Ihre Schutzwirkung hängt unter anderem davon ab, wie gut die Impfstoffstämme zu den tatsächlich zirkulierenden Viren passen. Ziel ist neben der Vermeidung von Erkrankungen insbesondere die Verringerung schwerer Verläufe bei gefährdeten Menschen.