Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?

Sturm kann Dachziegel lösen, Bäume umwerfen und Fahrzeuge beschädigen. Welche Versicherung 2026 zuständig ist, hängt vom beschädigten Gegenstand, der Ursache und den Vertragsbedingungen ab.

Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?

Ein schwerer Sturm kann innerhalb weniger Minuten ein Dach beschädigen, Wasser in Wohnräume eindringen lassen oder einen Baum auf ein geparktes Fahrzeug werfen. Bei der Sturm Versicherung gibt es jedoch keine einzige Police, die automatisch sämtliche Folgen übernimmt. Gebäude, Hausrat, Fahrzeug und Schäden bei Dritten fallen in unterschiedliche Versicherungsbereiche, diе compakt.de berichtet.

Für Versicherungsfälle gilt in marktüblichen Bedingungen regelmäßig Windstärke 8 als entscheidende Grenze. Das entspricht etwa 62 km/h. Daneben kommt es darauf an, ob Sturm tatsächlich die Ursache des Schadens war, welche Sachen versichert sind und welche Selbstbeteiligung vereinbart wurde. Der Blick auf die Wetterentwicklung und Gewitterrisiken im Sommer 2026 zeigt zugleich, warum Sturmböen häufig gemeinsam mit Hagel und Starkregen auftreten und anschließend mehrere Versicherungsarten betroffen sein können.

Stand 28. August 2026 gibt es noch keine vollständige Schadenbilanz für das gesamte Jahr 2026. Die aktuellste abgeschlossene GDV-Sachschadenstatistik wurde 2026 veröffentlicht und betrifft das Kalenderjahr 2025.

Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?
Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?

Ab wann zahlt die Sturm Versicherung 2026?

Windstärke 8 ist die zentrale Schwelle

Für die Sturmschaden Versicherung ist nicht jede kräftige Böe automatisch ein versicherter Sturm. Wohngebäude- und Hausratversicherungen orientieren sich üblicherweise an Windstärke 8. Sie beginnt bei ungefähr 62 km/h.

Die tatsächliche meteorologische Bezeichnung ist etwas differenzierter: Auf der Beaufortskala gilt Stärke 8 als „stürmischer Wind“, während Stärke 9 als Sturm bezeichnet wird. In Versicherungsbedingungen beginnt der Sturmschutz jedoch regelmäßig bereits bei Stärke 8. Für Hagel gilt diese Windgrenze nicht.

„Schäden durch Sturm, Hagel oder Blitzschlag sind in der Regel über die Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgesichert.“
Bianca Boss, Vorständin des Bundes der Versicherten, Juni 2026

Fehlt eine Messstation direkt am Schadenort, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Anspruch scheitert. Schäden an anderen intakten Gebäuden oder Bäumen in unmittelbarer Umgebung können ebenfalls dafür sprechen, dass die erforderliche Windstärke erreicht wurde.

Sturm, Hagel und Starkregen sind nicht dasselbe

Gerade bei Gewittern treten mehrere Ursachen gleichzeitig auf. Ein Sturm löst Dachziegel, Hagel beschädigt Fenster und Starkregen setzt anschließend den Keller unter Wasser. Versicherungsrechtlich können daraus drei unterschiedliche Schadenarten entstehen.

Die Abgrenzung ist entscheidend:

  • Sturm- und Hagelschäden gehören regelmäßig zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung.
  • Überschwemmung durch Starkregen benötigt normalerweise einen zusätzlichen Naturgefahrenschutz.
  • Schäden durch Rückstau sind nur versichert, wenn der entsprechende Baustein und dessen Bedingungen erfüllt sind.
  • Reine Kfz-Haftpflicht ersetzt keinen Sturmschaden am eigenen Auto.
  • Schäden an fremdem Eigentum können ein Haftpflichtfall sein, wenn eine Verantwortlichkeit besteht.

Auch der Beitrag zum Hagelschaden und zur Hagelversicherung 2026 zeigt, warum bei einem einzigen Unwetter unterschiedliche Policen parallel relevant werden können.

Welche Versicherung zahlt welchen Sturmschaden?

Haus, Einrichtung und Auto im Vergleich

Für Eigentümer und Mieter ist zunächst entscheidend, was konkret beschädigt wurde. Die Wohngebäudeversicherung bei Sturm betrifft die Immobilie selbst. Bewegliche Sachen gehören dagegen in den Bereich der Hausratversicherung.

Schaden nach SturmTypisch zuständige VersicherungWichtige Voraussetzung
Abgedecktes DachWohngebäudeversicherungSturmgefahr im Vertrag versichert
Beschädigte Fassade oder FensterWohngebäudeversicherungSchaden muss auf versichertes Ereignis zurückgehen
Möbel nach beschädigtem Dach durchnässtHausratversicherungVersichertes Sturmereignis und Folgeschaden
Baum fällt auf geparktes AutoTeilkaskoBedingungen des Kaskovertrags erfüllt
Fahrzeug fährt gegen bereits umgestürzten Baumhäufig Vollkaskokonkreter Unfallhergang entscheidend
Keller läuft durch Starkregen vollElementarschutzÜberschwemmung muss eingeschlossen sein
Eigener morscher Baum beschädigt NachbarhausHaftpflicht kann relevant seinPflichtverletzung beziehungsweise Haftung muss bestehen

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine automatische Leistungszusage. Versicherungsbedingungen können bei Selbstbeteiligung, Nebengebäuden, Photovoltaikanlagen, Markisen, Gartenmöbeln oder Kosten für Aufräumarbeiten voneinander abweichen.

Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Unwetter“, sondern die konkrete Ursache. Ein beschädigtes Dach nach Sturm kann versichert sein, während Wasser im Keller aus demselben Gewitter eine zusätzliche Elementardeckung voraussetzt.

Was die aktuellen Schadenzahlen zeigen

Die jüngste vollständige Naturgefahrenbilanz der Versicherungswirtschaft, veröffentlicht am 30. April 2026, betrifft das Jahr 2025. Danach verursachten Naturgefahren in der Sachversicherung rund 1,4 Milliarden Euro versicherte Schäden. Rund eine Milliarde Euro entfiel auf Sturm und Hagel.

Für diese beiden Gefahren registrierten die Versicherer etwa 479.000 Schäden. Der durchschnittliche Schaden lag bei rund 2.100 Euro. Eine seriöse Gesamtsumme für 2026 kann Ende August noch nicht genannt werden, weil das Versicherungsjahr nicht abgeschlossen ist.

„Naturgefahren haben 2025 Schäden von rund 1,4 Milliarden Euro in der Sachversicherung verursacht.“
Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV

Sturmschaden am Haus und in der Mietwohnung

Eigentümer brauchen Gebäude- und Hausratschutz

Die Gebäudeversicherung schützt grundsätzlich fest mit dem Gebäude verbundene Teile. Dazu gehören typischerweise Dach, Außenwände, Fenster, Türen und fest installierte technische Anlagen, soweit sie vom Vertrag erfasst werden. Ein durch Sturm beschädigtes Dach ist daher ein klassischer Gebäudeschaden.

Zusätzlich benötigt ein Haushalt Schutz für bewegliche Sachen. Eine Hausratversicherung bei Sturmschaden kann beispielsweise Möbel, Kleidung oder Elektrogeräte erfassen, wenn das Dach durch einen versicherten Sturm beschädigt wird und anschließend Regen eindringt. Weitere Grundlagen zu Leistungen und Ausschlüssen erklärt der Beitrag zur Hausratversicherung 2026.

Nicht automatisch versichert ist dagegen jeder Gegenstand auf Terrasse, Balkon oder im Garten. Für Markisen, Gartenmöbel, Grillgeräte, Gartenhäuser, Solaranlagen und Balkonkraftwerke können besondere Vertragsgrenzen gelten. Gerade ältere Policen sollten deshalb nicht allein nach dem Namen der Versicherung beurteilt werden.

Was für Mieter gilt

Mieter benötigen keine eigene Gebäudeversicherung für das gemietete Haus. Schäden an Dach, Fassade oder fest zum Gebäude gehörenden Fenstern fallen grundsätzlich in den Verantwortungsbereich des Eigentümers und dessen Gebäudeversicherung.

Für das eigene Inventar bleibt jedoch die Hausratversicherung des Mieters relevant. Wird nach einem beschädigten Dach ein Fernseher durch eindringendes Wasser zerstört, können Gebäude- und Hausratversicherer gleichzeitig mit demselben Ereignis befasst sein.

Problematisch wird es, wenn Regen ausschließlich durch ein offen gelassenes Fenster eindringt und der Sturm selbst keine Öffnung am Gebäude verursacht hat. Dann fehlt häufig der erforderliche Zusammenhang zwischen versichertem Sturmschaden und beschädigtem Hausrat.

Sturmschaden am Auto und Schäden durch Bäume

Teilkasko oder Vollkasko?

Beim Sturmschaden am Auto reicht die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung nicht aus, weil sie Schäden am eigenen Fahrzeug grundsätzlich nicht ersetzt. Fällt während eines versicherten Sturms ein Ast oder Dachziegel auf das geparkte Auto, ist regelmäßig die Teilkasko zuständig.

Anders kann die Situation aussehen, wenn ein Autofahrer gegen einen bereits auf der Fahrbahn liegenden Baum fährt. Hier handelt es sich nicht zwingend um eine unmittelbare Einwirkung des Sturms auf das Fahrzeug. Abhängig vom Vertrag und Unfallhergang kann deshalb die Vollkasko benötigt werden.

Die Teilkasko arbeitet zudem ohne Schadenfreiheitsklasse wie die Vollkasko. Eine regulierte Teilkaskoleistung führt daher grundsätzlich nicht zu einer Rückstufung in einer Teilkasko-Schadenfreiheitsklasse, weil es eine solche Klasse nicht gibt. Die vereinbarte Selbstbeteiligung bleibt trotzdem bestehen.

Wer zahlt, wenn der Nachbarbaum fällt?

Ein umgestürzter Baum führt nicht automatisch zu einer Haftung des Grundstückseigentümers. War der Baum gesund, äußerlich unauffällig und wurde er durch einen außergewöhnlich starken Sturm entwurzelt, kann der Geschädigte auf die eigene Gebäude- oder Kaskoversicherung angewiesen sein.

Anders liegt der Fall bei einem erkennbar morschen, beschädigten oder nicht ausreichend kontrollierten Baum. Wird eine Verkehrssicherungspflicht verletzt und entsteht dadurch ein Schaden, können Schadenersatzansprüche gegen den Verantwortlichen beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung entstehen.

Frühere Sturmereignisse zeigen, wie unterschiedlich Risiken auftreten können. Der Bericht über den Wintersturm „Elli“ und die Unwetterlage 2026 ordnet eine Wetterlage ein, bei der Sturm, Schnee und Glätte gleichzeitig zum Problem wurden.

Sturmschaden richtig melden

Diese Schritte sichern wichtige Nachweise

Bei der Sturm Versicherung kann eine schlechte Dokumentation die Regulierung unnötig erschweren. Das Versicherungsvertragsgesetz verpflichtet Versicherungsnehmer außerdem dazu, den Versicherungsfall nach Kenntnis unverzüglich anzuzeigen.

„Der Versicherungsnehmer hat den Eintritt des Versicherungsfalles […] dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen.“
§ 30 Versicherungsvertragsgesetz

In der Praxis empfiehlt sich folgende Reihenfolge:

  1. Zuerst Personen aus gefährdeten Bereichen bringen und Feuerwehr oder andere Einsatzkräfte rufen, wenn akute Gefahr besteht.
  2. Schaden aus mehreren Perspektiven fotografieren und Videos anfertigen, bevor aufgeräumt wird.
  3. Ort, Datum und möglichst genaue Uhrzeit des Schadens notieren.
  4. Beschädigte Gegenstände nicht vorschnell entsorgen, sofern dadurch keine Gefahr entsteht.
  5. Versicherung unverzüglich informieren und nach dem weiteren Vorgehen fragen.
  6. Notmaßnahmen treffen, damit der Schaden nicht größer wird, etwa eine beschädigte Fensterscheibe provisorisch sichern.
  7. Rechnungen für notwendige Sofortmaßnahmen, Material, Handwerker und Aufräumarbeiten aufbewahren.

Gefährliche Reparaturen gehören nicht zur Schadenminderungspflicht. Niemand muss während eines laufenden Sturms auf ein beschädigtes Dach steigen oder einen instabilen Baum selbst zerlegen.

Welche Nachweise helfen?

Fotos vom Zustand vor und nach dem Sturm können bei hochwertigen Gebäudeteilen, Photovoltaik, Gartenhäusern oder teurem Hausrat hilfreich sein. Ebenso nützlich sind Kaufbelege, Handwerkerrechnungen, Wartungsunterlagen und eine aktuelle Inventarliste.

Bei Streit über die erforderliche Windstärke können lokale Wetterdaten und Schäden in der Nachbarschaft Bedeutung bekommen. Je genauer Ort und Zeitpunkt dokumentiert sind, desto leichter lässt sich das Schadenereignis meteorologisch zuordnen.

Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?
Sturmschaden 2026: Wer zahlt für die Schäden?

Sturm oder Überschwemmung: Wann Elementarschutz nötig ist

Die normale Sturm Versicherung deckt nicht automatisch sämtliche Folgen eines Unwetters ab. Besonders relevant ist die Elementarschadenversicherung, wenn Wasser durch Starkregen über die Geländeoberfläche in das Gebäude eindringt, ein Gewässer über die Ufer tritt oder ein versicherter Rückstau entsteht.

Das ist praktisch wichtig, weil dieselbe Gewitterzelle verschiedene Schadenursachen erzeugen kann. Löst Wind zunächst Dachziegel und dringt Wasser anschließend durch dieses beschädigte Dach ein, kann ein versicherter Sturmschaden vorliegen. Fließt das Wasser dagegen über die Kellertreppe oder Lichtschächte ins Gebäude, handelt es sich typischerweise um eine Überschwemmungsfrage.

Nicht verwechselt werden sollten deshalb:

  • Sturm und Hagel als klassische Gefahren der Gebäude- und Hausratversicherung,
  • Überschwemmung und Rückstau als typische Elementargefahren,
  • Leitungswasser aus versicherten Rohrsystemen,
  • Grundwasser ohne versicherte Überschwemmung,
  • Sturmflut, für die besondere Ausschlüsse gelten können.

Eine niedrige Versicherungsprämie sagt wenig darüber aus, ob diese Risiken tatsächlich eingeschlossen sind. Relevanter sind Versicherungssumme, Selbstbeteiligung, Naturgefahrenbaustein, Regelungen zur groben Fahrlässigkeit sowie Entschädigungsgrenzen für Nebengebäude und technische Anlagen.

FAQ zur Sturm Versicherung 2026

Ab welcher Windstärke zahlt die Versicherung bei Sturm?

In marktüblichen Wohngebäude- und Hausratbedingungen beginnt der Schutz gegen Sturm regelmäßig ab Windstärke 8. Das entspricht ungefähr 62 km/h. Maßgeblich bleiben die konkreten Bedingungen des jeweiligen Vertrags.

Zahlt die Gebäudeversicherung bei einem abgedeckten Dach?

Ja, wenn Sturm als Gefahr versichert ist und das Schadenereignis die Vertragsvoraussetzungen erfüllt. Auch bestimmte Folgeschäden am Gebäude können erfasst sein.

Wer zahlt beschädigte Möbel nach einem Sturm?

Für bewegliche Gegenstände ist grundsätzlich die Hausratversicherung zuständig. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Schaden auf eine versicherte Gefahr zurückgeht.

Zahlt die Sturm Versicherung auch bei Starkregen im Keller?

Nicht automatisch. Überschwemmungs- und Rückstauschäden benötigen häufig einen zusätzlichen Elementarschutz.

Welche Versicherung zahlt für einen Baum auf dem Auto?

Bei einem unmittelbaren Sturmschaden am Fahrzeug kommt regelmäßig die Teilkasko infrage. Besteht nur eine Kfz-Haftpflicht, ist der Schaden am eigenen Auto darüber nicht gedeckt.

Muss ein Sturmschaden sofort gemeldet werden?

Das Versicherungsvertragsgesetz verlangt eine unverzügliche Anzeige nach Kenntnis des Versicherungsfalls. Eine unnötige Verzögerung sollte deshalb vermieden werden.

Was jetzt zählt

Bei Sturmschäden 2026 entscheidet die Ursache darüber, welche Versicherung zahlt. Gebäudeversicherung, Hausrat, Kasko, Haftpflicht und Elementarschutz decken unterschiedliche Risiken ab; eine pauschale Sturmversicherung für sämtliche Schäden gibt es nicht. Wer Vertragsumfang, Selbstbeteiligung und Naturgefahrenschutz kennt und Schäden unmittelbar dokumentiert, schafft deutlich bessere Voraussetzungen für eine zügige Regulierung.