Portemonnaie oder Portmonee? Zwei Schreibweisen, eine Empfehlung

Sie tippen gerade die Mail ans Fundbüro – „Ich habe gestern im Bus mein Porte…“ – und der Cursor bleibt stehen. Die gute Nachricht: Zwei Schreibweisen sind richtig. Portemonnaie ist die französische Originalform, Portmonee die seit 1996 zulässige eingedeutschte Variante. Der Duden empfiehlt Portemonnaie, und im gedruckten Text ist diese Form auch die übliche. compakt.de/ beantwortet die Frage „Portemonnaie oder Portmonee“ mit einem Blick auf die Herkunft des Wortes, zeigt die Lehnwort-Paare, bei denen dieselbe Wahl besteht, und nennt die Alternative für alle, die beide Formen lieber umgehen. Der Beitrag gehört zu unserer Serie über die häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.

Kurz und knapp

  • Portemonnaie – französische Schreibung, vom Duden empfohlen, in Presse und Buch üblich.
  • Portmonee – eingedeutschte Schreibung, seit 1996 korrekt, wirkt für viele ungewohnt.
  • Genus und Plural: das Portemonnaie, die Portemonnaies – beziehungsweise das Portmonee, die Portmonees.
  • Aussprache in beiden Fällen: port-mo-NEE.

Portemonnaie oder Portmonee: Der Blick nach Frankreich

Das Wort ist eine Zusammensetzung aus dem Französischen: porter heißt „tragen“, monnaie bedeutet „Münze“ oder „Geld“. Ein porte-monnaie ist also wörtlich ein Geldträger – ein Behältnis, das die Münzen trägt. Wer die beiden Teile kennt, versteht auch die vielen Buchstaben der Originalschreibung: Das e nach port gehört zu porte, das doppelte n und das ai am Ende gehören zu monnaie. Gesprochen wird davon deutlich weniger: port-mo-NEE, mit Betonung auf der letzten Silbe.

Genau diese Lücke zwischen Schrift und Klang ist der Grund für die Unsicherheit. Die eingedeutschte Form Portmonee schreibt das Wort so, wie es klingt – und wirkt gerade deshalb auf viele Leser fremd, weil sie das Schriftbild aus Zeitungen und Büchern anders kennen. Der Merksatz für die Originalform lautet: Porte-monnaie – der Träger der Münzen. Und wer es trotzdem nicht buchstabieren kann, schreibt einfach Geldbörse.

Infografik: Französische Lehnwörter: Original und eingedeutscht
Französische Lehnwörter: Original und eingedeutscht

Zwei Schreibweisen seit 1996 – und eine Empfehlung

Bis zur Rechtschreibreform gab es nur die französische Schreibung. Seit 1996 ist Portmonee als eingedeutschte Variante zugelassen; sie folgt dem Prinzip, Fremdwörter der deutschen Aussprache anzunähern. Beide Formen sind seither gleichermaßen korrekt. Der Duden spricht allerdings eine klare Empfehlung für Portemonnaie aus, und die Praxis folgt ihr: Im gedruckten Text steht fast immer die Originalform.

Neben der französischen Schreibung Portemonnaie ist seit 1996 die eingedeutschte Form Portmonee zulässig; als Hauptform wird die Originalschreibung empfohlen.

Duden-Sprachwissen, Zweifelsfälle

Das Muster ist Ihnen vielleicht schon bei anderen Wörtern begegnet. Bei Thunfisch oder Tunfisch hat die Reform ebenfalls eine eingedeutschte Nebenform zugelassen, die sich im Alltag kaum durchgesetzt hat. Beim Paar Friseur oder Frisör stammen beide Formen wie beim Portemonnaie aus dem Französischen – auch dort sind beide korrekt, und auch dort unterscheidet sich der Gebrauch.

Original und eingedeutscht: die Lehnwort-Tabelle

Das Portemonnaie ist nur eines von mehreren französischen Lehnwörtern, die im Deutschen in zwei Schreibweisen existieren. Die Tabelle nennt jeweils zuerst die empfohlene Form.

Empfohlen Eingedeutschte Variante Status
Portemonnaie Portmonee beide korrekt
Friseur Frisör beide korrekt
Kommuniqué Kommunikee beide korrekt
Chicorée Schikoree beide korrekt
Necessaire Nessessär beide korrekt
Sauce Soße beide korrekt und beide üblich
Mayonnaise „Majonäse“ Variante 2017 gestrichen – heute nur Mayonnaise
Ketchup „Ketschup“ Variante 2017 gestrichen – heute nur Ketchup

Die beiden letzten Zeilen zeigen, dass eingedeutschte Schreibungen keine Garantie auf Dauer haben: Majonäse und Ketschup wurden 2017 wieder aus dem amtlichen Wörterverzeichnis gestrichen; heute gelten allein Mayonnaise und Ketchup. Portmonee hat dieses Schicksal nicht ereilt – die Form ist weiterhin korrekt, bleibt aber die seltenere.

Geldbörse, Geldbeutel, Brieftasche: Wer welches Wort benutzt

Das Deutsche hat für das Behältnis eine ganze Reihe eigener Wörter, und sie sind alle einfacher zu schreiben. Geldbörse ist die neutrale, überall verständliche Form; die Kurzform Börse funktioniert ebenfalls. Im Süden Deutschlands sagt man Geldbeutel, in Österreich Geldtasche. Die Brieftasche ist etwas anderes: Sie ist für Scheine und Karten gedacht, nicht in erster Linie für Münzen.

Für Ihren Text bedeutet das: Wer sich beim Portemonnaie unsicher fühlt, hat mit Geldbörse einen sauberen Ausweg – kein Leser wird das als Ausweichen bemerken. Ob man übrigens wie viel oder wieviel schreibt, wenn es um den Inhalt der Börse geht, klärt ein eigener Beitrag – dort gibt es anders als hier nur eine richtige Schreibweise.

Praxis 2026: Fundbüro, Versicherung, Kleinanzeige

Drei Situationen, in denen das Wort 2026 in Ihren Texten auftaucht – jeweils mit der empfohlenen Form:

  • Fundbüro: Ich habe am Montag im Bus der Linie 12 mein Portemonnaie verloren, ein schwarzes Modell mit Reißverschluss.
  • Versicherung: Das Portemonnaie befand sich in der Jackentasche und wurde samt Ausweis entwendet.
  • Kleinanzeige: Verkaufe zwei neuwertige Portemonnaies aus Leder, Abholung in Köln.

Wer konsequent Portmonee bevorzugt, ersetzt das Wort in allen drei Sätzen – und bleibt dann auch dabei. Ein Wechsel innerhalb eines Textes wirkt wie ein Tippfehler, obwohl beide Formen korrekt sind. Mischformen, die Bestandteile beider Schreibungen kombinieren, sind dagegen tatsächlich falsch: entweder ganz französisch oder ganz eingedeutscht.

Nachgefragt: die häufigsten Suchanfragen

Heißt es das oder der Portemonnaie?

Das Portemonnaie – das Wort ist sächlich, ebenso das Portmonee.

Wie lautet der Plural von Portemonnaie?

Die Portemonnaies, mit angehängtem s. Für die eingedeutschte Form gilt dasselbe: die Portmonees.

Ist Portmonee falsch?

Nein. Portmonee ist seit 1996 eine zulässige Schreibweise. Empfohlen und deutlich häufiger ist jedoch Portemonnaie.

Wie spricht man Portemonnaie aus?

Port-mo-NEE, mit Betonung auf der letzten Silbe. Die Schreibung hat mehr Buchstaben als die Aussprache Laute – genau das macht das Wort zum Zweifelsfall.

Auf den Punkt gebracht

Die Frage „Portemonnaie oder Portmonee“ hat zwei richtige Antworten und eine Empfehlung: die französische Originalform. Wer sich porter und monnaie merkt, hat die Buchstabenfolge im Griff; wer das nicht möchte, greift zur Geldbörse und ist ebenfalls auf der sicheren Seite. Wichtig ist nur, innerhalb eines Textes bei einer Form zu bleiben. Weitere Wörter, bei denen alte und neue Rechtschreibung nebeneinanderstehen – vom Thunfisch bis zum Friseur –, versammelt unsere Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.