Albtraum oder Alptraum? Beide sind richtig – das ist die Empfehlung

Hat der Albtraum etwas mit den Alpen zu tun – und muss er deshalb mit p geschrieben werden? Zweimal nein. Bei Albtraum oder Alptraum sind beide Schreibweisen korrekt; der Duden empfiehlt Albtraum mit b, und dieser Empfehlung folgen die meisten Redaktionen und Verlage. Alptraum mit p ist die traditionelle Form und bleibt zulässig, erklärt compakt.de/. Das b verdankt sich der Rechtschreibreform von 1996, die die Verwandtschaft mit dem „Alb“ – einem Nachtgeist aus der germanischen Mythologie – im Schriftbild sichtbar machen wollte. Woher dieser Geist kommt, warum die Alpen nur ein Missverständnis sind und in welcher Gesellschaft sich die Doppelform befindet, zeigt dieser Beitrag aus unserer Serie über die häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.

Auf den Punkt gebracht

  • Albtraum – richtig und vom Duden empfohlen: Der Umzug wurde zum Albtraum.
  • Alptraum – ebenfalls richtig, traditionelle Schreibung: Der Umzug wurde zum Alptraum.
  • Gleiches gilt für Albdruck und Alpdruck.
  • Stilregel: In einem Text eine Variante durchhalten – im Zweifel die empfohlene mit b.
Infografik: Reformvarianten: beide erlaubt
Reformvarianten: beide erlaubt

Herkunft: Der Alb, der sich auf die Brust setzt

Hinter dem Wort steckt kein Gebirge, sondern ein Wesen. Der Alb – auch Alp geschrieben – ist in der germanischen Mythologie ein Nachtgeist oder Elf, der sich nachts auf die Brust des Schlafenden setzt. Der Albtraum ist also wörtlich der Traum, den der Alb bringt; der Albdruck das Gefühl, dass etwas Schweres auf der Brust lastet. Wer dieses Bild einmal vor Augen hat, versteht, warum die Wörter Alb und Elf zusammengehören – und warum die Reform das b bevorzugt hat.

Viele verbinden das p in Alptraum dagegen mit den Alpen – als wäre der Albtraum eine besonders beklemmende Bergerfahrung. Das ist ein verbreiteter Irrtum: Die Alpen haben mit dem Wort nichts zu tun. Wer sich die Herkunft über den Nachtgeist merkt, kommt gar nicht erst in Versuchung, das Gebirge hineinzulesen, und schreibt automatisch das b, das die Verwandtschaft zum Alb zeigt.

Stammprinzip: Warum 1996 das b kam

Bis zur Reform war Alptraum die übliche Schreibung. 1996 wurde Albtraum eingeführt, um die Verwandtschaft mit „Alb“ und „Elf“ auch im Schriftbild zu zeigen – ein Beispiel für das Stammprinzip: Wörter derselben Familie sollen denselben Stamm erkennbar machen. Die alte Form wurde dabei nicht gestrichen, sondern als traditionelle Variante beibehalten. Das Ergebnis ist eine echte Wahlfreiheit mit klarer Empfehlung: Beide Formen sind korrekt, empfohlen ist Albtraum.

Zusammengehörige Wörter sollen ihren gemeinsamen Stamm auch in der Schreibung erkennen lassen; deshalb wurde die Schreibung mit b eingeführt, während die ältere mit p zulässig bleibt.

Duden-Sprachwissen, Zweifelsfälle

Nicht überall war die Reform so großzügig. Bei vielen Wörtern hat sie die Schreibung verbindlich geändert, ohne eine alte Variante zu belassen. Wie sie etwa mit festen Fügungen umging, erklärt unser Beitrag zu im Nachhinein groß oder klein; auch die Frage wie viel oder wieviel hat heute eine eindeutige Antwort. Beim Albtraum dagegen dürfen Sie wählen.

Albtraum oder Alptraum und andere Reformvarianten im Vergleich

Der Albtraum ist in guter Gesellschaft. Die Reform hat bei einer Reihe von Wörtern eine neue Schreibung neben die alte gestellt – jeweils mit einer Duden-Empfehlung, die hier zuerst genannt ist:

Empfohlen Ebenfalls zulässig
Albtraum Alptraum
Albdruck Alpdruck
Delfin Delphin
Thunfisch Tunfisch
Portemonnaie Portmonee
Spaghetti Spagetti
Joghurt Jogurt
Panther Panter

Davon zu unterscheiden sind Wörter, bei denen die Reform nur noch eine Form kennt: Stängel (nicht Stengel), Gämse (nicht Gemse), nummerieren, Tipp, Stopp, Känguru und Schifffahrt. Hier wäre die alte Schreibung ein Fehler – bei Albtraum/Alptraum dagegen nicht. Und noch ein Unterschied zu anderen Zweifelsfällen: Bei tot oder Tod verändert der Buchstabe die Bedeutung, und die Verlängerungsprobe entscheidet. Bei b und p im Albtraum geht es um keine Bedeutung, sondern allein um die Schreibkonvention.

Vom Nachtgeist zum Bürojargon: die übertragene Bedeutung

Der Albtraum hat den Schlaf längst verlassen. Heute steht das Wort vor allem für eine schlimme Erfahrung, die man am liebsten ungeschehen machen würde – und genau in dieser Bedeutung taucht es 2026 in E-Mails, Chats und Berichten auf:

  • Der Umzug wurde zum Albtraum. (Alltag)
  • Die Steuererklärung 2026 war ein Albtraum – drei Wochen für zwei Formulare. (Chat)
  • Für Pendler geriet der Bahnstreik zum Albtraum. (Nachricht)
  • Das Projekt war anfangs ein Albtraum, am Ende ein Erfolg. (Rückblick im Team)
  • Ein Albdruck lag auf der Belegschaft, bis die Entscheidung fiel. (Reportage)

In jedem dieser Sätze wäre auch Alptraum zulässig. Der Unterschied liegt nicht in der Richtigkeit, sondern im Eindruck: Die Form mit b signalisiert, dass Sie die aktuelle Empfehlung kennen.

Stil-Tipp: eine Variante, ein Text

Erlaubt ist beides – gut lesbar ist nur Konsequenz. Wer im ersten Absatz Albtraum schreibt und im dritten Alptraum, wirkt unentschlossen, und aufmerksame Leser halten die zweite Form für einen Tippfehler. Legen Sie sich deshalb vor dem Schreiben auf eine Variante fest und halten Sie sie durch – für den gesamten Text, in einer Redaktion oder Firma am besten für alle Texte.

Welche Variante? Redaktionen und Verlage folgen meist der Empfehlung Albtraum. Wer für eine Zeitung, eine Website oder eine Behörde schreibt, ist mit b auf der sicheren Seite. In einer Bewerbung 2026 empfiehlt sich das b ebenfalls – es ist die Form, die der Duden zuerst nennt. Das p bleibt eine legitime Wahl für alle, die die traditionelle Schreibung bewusst pflegen möchten, etwa in belletristischen Texten oder in einem Haus, das sie seit jeher verwendet.

Fragen, die Leser stellen

Heißt es Albtraum oder Alptraum?

Beides ist richtig. Der Duden empfiehlt Albtraum; Alptraum ist die ältere, weiterhin zulässige Form.

Ist „Alptraum“ falsch?

Nein. Die Schreibung mit p ist traditionell und nach wie vor erlaubt. Sie gilt nur nicht als die empfohlene Variante.

Hat Albtraum etwas mit den Alpen zu tun?

Nein. Das Wort geht auf den „Alb“ zurück, einen Nachtgeist der germanischen Mythologie. Die Verbindung zu den Alpen ist ein verbreiteter Irrtum.

Wie schreibt man Albdruck?

Wie beim Albtraum: Albdruck wird empfohlen, Alpdruck ist ebenfalls zulässig.

Fazit: Beide richtig, eine empfohlen

Albtraum oder Alptraum gehört zu den wenigen Zweifelsfällen, bei denen niemand einen Fehler macht – solange er sich für eine Form entscheidet und dabei bleibt. Die Reform hat 1996 das b eingeführt, um den Nachtgeist „Alb“ im Wort sichtbar zu machen, und die traditionelle Schreibung mit p daneben bestehen lassen. Wer die Duden-Empfehlung befolgt, schreibt Albtraum und Albdruck; wer die alte Form bevorzugt, ist ebenfalls im Recht. Weitere Zweifelsfälle mit alter und neuer Schreibung, mit Kurzantwort und Empfehlung, finden Sie in unserer Übersicht der häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen.