HBO Max tritt in den deutschsprachigen Markt ein und könnte die lokale Serien- und Filmindustrie deutlich verändern. Hinter dem Dienst steht ein Studio, das über Jahre hinweg Qualitätsmaßstäbe fürs Fernsehen gesetzt hat, wie die Redaktion von compakt.de berichtet unter Berufung auf br.de Entsprechend sorgt der Start in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur für großes Zuschauerinteresse, sondern auch für spürbare Nervosität bei der Konkurrenz.
HBO und das Erbe des „goldenen Serienzeitalters“
HBO hat in den 2000er-Jahren das Bild von Fernsehserien grundlegend verändert. Produktionen wie „Die Sopranos“ und „The Wire“ zeigten, dass Serien komplexe Themen und vielschichtige Figuren ebenso überzeugend erzählen können wie das Kino. Dieser Ansatz ebnete den Weg für eine neue Generation von Erfolgsserien – von „Breaking Bad“ bis „Mad Men“.
In den folgenden Jahren hielt HBO das Niveau konsequent hoch und landete regelmäßig neue Hits. Serien wie „Succession“, „The White Lotus“, „The Penguin“ oder „The Pitt“ festigten den Ruf des Studios als Produzent von Premium-Content. In Deutschland blieben diese Titel jedoch lange Zeit auf externe Anbieter beschränkt, unter anderem auf den HBO-Channel bei Sky.
Start von HBO Max und Fokus auf starke Franchises

Am 13. Januar startet HBO offiziell HBO Max in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der neue Dienst bündelt erstmals alle HBO-Originalserien unter einem Dach und ergänzt sie um einige der größten Franchises der Popkultur. Zum Angebot gehören „Game of Thrones“, „Harry Potter“ sowie Superhelden-Stories aus dem DC-Universum.
Zum Auftakt setzt die Plattform auch auf prominente Premieren. Zu den wichtigsten Neustarts zählt das „Game of Thrones“-Prequel „A Knight of the Seven Kingdoms“, das gezielt Fantasy-Fans ansprechen soll. Die Strategie ist klar: HBO Max betritt den Markt nicht vorsichtig, sondern mit dem Anspruch, sich schnell unter den führenden Streamingdiensten zu etablieren.
Deutsche Serien und Filme rücken in den Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf lokalen Produktionen. HBO will seine Präsenz in Deutschland nicht allein durch US-Inhalte ausbauen, sondern auch mit eigenen Projekten vor Ort. Den Anfang machen „4 Blocks Zero“, ein Prequel zur Berliner Gangsterserie „4 Blocks“ mit Kida Khodr Ramadan, sowie „Banksters“, die Geschichte eines Bank-Azubis, der zum Bankräuber wird.
Auch das Filmangebot von HBO Max fällt umfangreich aus. Gezeigt werden neue Blockbuster wie „Superman“ und „The Batman“, die ersten beiden Teile der „Dune“-Trilogie sowie alle bisherigen „Harry Potter“-Verfilmungen. Zusätzlich überträgt der Dienst die Olympischen Winterspiele in Italien, die am 6. Februar beginnen.
Wettbewerb und mögliche Übernahme von Warner Bros.
Mit dem Start von HBO Max betritt ein weiterer Schwergewichtsplayer einen bereits stark umkämpften Streamingmarkt. Netflix, Amazon Prime, Sky und RTL+ könnten einen Teil ihres Publikums verlieren – vor allem angesichts der Strahlkraft der Marke HBO. RTL+ reagiert darauf mit einem gemeinsamen Bundle-Abo, das Inhalte beider Dienste kombiniert.
Parallel dazu läuft in den USA der Machtkampf um Warner Bros., zu dem auch HBO gehört. Sollte Netflix den Zuschlag erhalten, entstünde ein beispielloser Streamingriese. Ein solcher Zusammenschluss könnte das Kräfteverhältnis nicht nur im Seriengeschäft, sondern auch im Kinomarkt grundlegend verändern.
Sorgen in Hollywood und die Debatte um Qualität
Kritiker fürchten, dass eine mögliche Übernahme die inhaltliche Ausrichtung von HBO verändern könnte. Netflix setzt seit Jahren stark auf Masse, wobei die Anzahl der Veröffentlichungen oft wichtiger ist als deren Qualität. Überträgt sich dieses Prinzip auf HBO, könnte das Studio seine besondere Stellung verlieren.
Auch prominente Stimmen aus Hollywood äußern Bedenken. Jane Fonda bezeichnete eine Übernahme als katastrophal, James Cameron sprach von einem Desaster, und Leonardo DiCaprio warnte vor dem Ende des Hollywoods, wie wir es kennen. Solche Aussagen unterstreichen, wie hoch der Einsatz ist.
Was das für Zuschauer in Europa bedeutet
Unabhängig von den Konzernkämpfen in den USA wirkt der Start von HBO Max im deutschsprachigen Raum kurzfristig wie ein positives Signal. Der Markt bekommt neuen Schwung, und der Wettbewerb könnte die Anbieter zu mutigeren Entscheidungen und besserem Content bewegen.
Für das Publikum heißt das vor allem eines: mehr Auswahl, mehr Premieren und mehr Chancen auf Serien und Filme, die Maßstäbe setzen. Bleibt HBO Max seinem Qualitätsanspruch treu, profitieren am Ende alle – von lokalen Produzenten bis zu den Zuschauerinnen und Zuschauern vor den Bildschirmen.
Nicht nur neue Dienste sorgen für Bewegung im Markt, auch etablierte Anbieter justieren nach – Amazon plant ein großes Fire-TV-Update für Februar 2026.