Der Winter hat mit voller Wucht zugeschlagen und in Bayern sowie Österreich ein massives Schneechaos ausgelöst. Besonders stark betroffen sind der Flughafen München und der Flughafen Wien, wo zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen gemeldet wurden. Auch Straßen, Schienenverkehr und Energieversorgung gerieten unter Druck. Der erneute Wintereinbruch sorgt für gefährliche Bedingungen im gesamten Alpenraum, diе compakt.de berichtet mit bild.de.
Flughafen München: Massive Störungen im Flugbetrieb
Am Flughafen München kam es infolge heftiger Schneefälle zu erheblichen Einschränkungen. Bereits am Vortag wurden rund 100 Flüge gestrichen. Am Freitag kamen weitere 50 Annullierungen hinzu.
Reisende wurden dringend aufgefordert, den Flugstatus vorab zu prüfen und sich direkt bei der jeweiligen Airline zu informieren. Die Situation bleibt dynamisch, da unklar ist, wie lange der Schneefall anhält.

Ein Luftfahrtexperte kommentiert:
„Solche Mengen an Neuschnee innerhalb weniger Stunden stellen selbst große Flughäfen vor enorme logistische Herausforderungen.“
Die Anzeigetafeln zeigten reihenweise Streichungen. Wartende Passagiere blickten nervös auf ihre Smartphones. Viele suchten nach Alternativen oder Unterkünften.
Flughafen Wien zeitweise komplett geschlossen
Noch gravierender war die Lage am Flughafen Wien. Der Betrieb wurde vorübergehend vollständig eingestellt. Mindestens 150 Flüge fielen aus, rund 13.000 Passagiere waren betroffen.
In der Nacht wurden etwa 20 Zentimeter Neuschnee gemessen. Der Winterdienst war seit Donnerstagabend im Dauereinsatz und räumte bislang rund 15.000 Tonnen Schnee ab.
| Flughafen | Flugausfälle | Betroffene Passagiere | Status |
|---|---|---|---|
| München | ca. 150 | mehrere Tausend | Eingeschränkt |
| Wien | mind. 150 | ca. 13.000 | Teilweise wieder geöffnet |
Laut Flughafenangaben sind zwar wieder einzelne Starts und Landungen möglich, doch Verspätungen werden den gesamten Tag über erwartet.
Glätteunfälle und Verletzte in Bayern
Auf den Straßen in Bayern häuften sich die Einsätze von Polizei und Rettungsdiensten. Allein im südlichen Oberbayern wurden etwa 75 witterungsbedingte Einsätze registriert. Zwölf Menschen erlitten leichte Verletzungen.
Typische Unfallursachen waren:
- Fahrzeuge rutschten in Leitplanken
- Autos landeten in Straßengräben
- Schneebruch führte zu blockierten Straßen
- Unangepasste Geschwindigkeit bei Glätte
Ein Verkehrssicherheits-Experte warnt:
„Viele unterschätzen die Kombination aus Schneefall und gefrierender Nässe. Schon geringe Geschwindigkeit kann gefährlich werden.“
Schwerer Unfall am Autobahnring München
Am Münchner Autobahnring kam es zu einem besonders schweren Zwischenfall. Ein 51-jähriger Fahrer verlor auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und rutschte unter den Auflieger eines Sattelzugs. Der Mann, seine Ehefrau und die zehnjährige Tochter wurden schwer verletzt.
Auch in Tirol kam es zu dramatischen Szenen: Ein Reisebus mit zwölf Firmenmitarbeitern wurde von einer Lawine erfasst und von der Straße gedrückt. Glücklicherweise blieb es dort bei Sachschäden.
Die Schneemassen wirken idyllisch, doch sie bergen enorme Risiken. Innerhalb weniger Sekunden kann aus einer ruhigen Fahrt eine lebensbedrohliche Situation werden. Besonders in den Bergen ist Vorsicht oberstes Gebot.
Stromausfälle und Bahnprobleme
Neben Flug- und Straßenverkehr war auch die Energieversorgung betroffen. In der Steiermark fielen zahlreiche Trafostationen aus. Rund 30.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom.
Im Bahnverkehr kam es ebenfalls zu Einschränkungen. Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck stürzte ein Baum auf die Gleise und beschädigte die Oberleitung. Züge aus München endeten vorzeitig.

Ein Sprecher eines Energieversorgers erklärte:
„Die Kombination aus nassem Schnee und Wind führt häufig zu Schäden an Leitungen und Transformatoren.“
Hohe Lawinengefahr im Alpenraum
Die anhaltenden Schneefälle erhöhen die Lawinengefahr erheblich. In mehreren Regionen gilt aktuell Warnstufe vier von fünf. In Norditalien kam es zu einem tödlichen Lawinenabgang während einer Skitour.
Experten betonen, dass die Gefahr in vielen Wintersportgebieten Europas derzeit hoch ist. Besonders in Höhenlagen oberhalb von 2.000 Metern besteht ein erhöhtes Risiko.
Ein Bergführer sagt:
„Bei Lawinenwarnstufe vier sollten Touren kritisch hinterfragt oder verschoben werden. Das Risiko ist extrem hoch.“
Lage bleibt angespannt
Das aktuelle Winterchaos in Bayern und Österreich zeigt, wie schnell extreme Wetterbedingungen den Verkehr und das öffentliche Leben beeinträchtigen können. Flugreisende, Autofahrer und Wintersportler sind gleichermaßen betroffen.
Ob sich die Lage in den kommenden Tagen entspannt, hängt maßgeblich von weiteren Niederschlägen und Temperaturen ab. Klar ist bereits jetzt: Der Winter hat den Alpenraum fest im Griff – mit spürbaren Auswirkungen auf Flugverkehr, Straßenverkehr, Energieversorgung und die Sicherheit in den Bergen.