Die Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann ist tot. Die Berliner Künstlerin starb am Mittwoch, 21. Januar 2026, im Alter von 76 Jahren, wie ihre Familie gegenüber der dpa bestätigte, wie die Redaktion von compakt.de berichtet unter Berufung auf bild.de. Bekannt wurde sie in der DDR – unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Reinhard Lakomy und ihre Stimme auf der Kult-Kinderschallplatte „Der Traumzauberbaum“. Später setzte sie ihre Karriere nach der Ausreise auch im Westen erfolgreich fort und blieb bis zuletzt auf Musical- und Theaterbühnen präsent.
„Die Lütte“ nannte man sie – aber auf der Bühne war sie alles andere als klein. Der Spitzname bezog sich auf ihre Körpergröße (1,49 Meter). Was blieb, war eine Künstlerin mit Wiedererkennungswert: Stimme, Humor, Tempo und ein präziser Blick fürs Publikum.
Wer war Angelika Mann?
Angelika Mann begann ihre Laufbahn in der DDR und wurde dort in den 1970er-Jahren einem breiteren Publikum bekannt. Musik spielte schon früh eine große Rolle in ihrem Leben: Sie lernte Klavier, hörte als Jugendliche Bach und die Beatles und fand ihren Weg schließlich auf Bühnen und ins Fernsehen.
In dieser Zeit arbeitete sie unter anderem mit Reinhard Lakomy zusammen. Ihre unverwechselbare Stimme ist auf Lakomys millionenfach bekannter Kinderschallplatte „Der Traumzauberbaum“ zu hören – einem Werk, das bis heute für viele Familien ein emotionaler Klassiker ist. Außerdem trat sie gemeinsam mit Manfred Krug und der Jazz-Sängerin Uschi Brüning auf.

Manche Stimmen vergisst man nicht – weil sie sich an Kindheit, Zuhause und bestimmte Lieder „andocken“.
„Traumzauberbaum“: Warum sie so vielen vertraut blieb
„Der Traumzauberbaum“ ist nicht einfach eine Kinderschallplatte, sondern für viele ein Stück Erinnerungskultur. Angelika Mann war dort nicht nur „irgendwer im Hintergrund“ – ihre Stimme prägte Klang und Atmosphäre mit.
Kinderproduktionen funktionieren oft wie „Gedächtnis-Orte“. Stimmen bleiben hängen, weil sie mit Ritualen, Familienmomenten und dem Gefühl von Sicherheit verbunden sind. Bei Angelika Mann kommt hinzu: Sie war zugleich Bühnenperson und Charakterdarstellerin.
Ausreise und Neustart: Erfolg im Westen

Mitte der 1980er-Jahre verließ Angelika Mann die DDR nach einem Ausreiseantrag und setzte ihre Karriere in West-Berlin fort. Bemerkenswert: Ihr Weg musste nicht „neu erfunden“ werden – sie fand schnell Anschluss und wurde etwa am Theater des Westens gefeiert. Dort spielte sie die Lucy in der „Dreigroschenoper“.
Nach dem Mauerfall kehrte Mann immer wieder auf Bühnen im Osten Deutschlands zurück. Nicht als Rückblick, sondern als Fortsetzung: Sie blieb eine Künstlerin, die sich zwischen Regionen und Genres bewegte.
Sie passte in keine Schublade – und genau das machte sie so lange relevant.
Wichtige Stationen und Rollen im Überblick

- 1970er (DDR): Durchbruch, TV-Auftritte, Zusammenarbeit mit Reinhard Lakomy
- „Der Traumzauberbaum“: Kultstatus durch prägende Gesangsbeiträge
- Mitte 1980er: Ausreise und Karrierefortsetzung in West-Berlin
- Theater des Westens: Lucy in „Die Dreigroschenoper“
- Bis zuletzt: Musicals und Theater – Bühnenpräsenz über Jahrzehnte
Woran ist Angelika Mann gestorben?
Laut Berichten erlag Angelika Mann einem Krebsleiden. Über Details wurde öffentlich nicht breit gesprochen – im Fokus stand vor allem die Würdigung ihres Lebenswerks.
Stimmen und Reaktionen: Warum ihr Abschied viele trifft

Gerade weil Angelika Mann nicht nur „Promi“, sondern eine echte Bühnenarbeiterin war, wirkt ihr Abschied für viele wie das Ende einer vertrauten Ära. In Reaktionen wird häufig betont, wie schnell man sie „im Raum spürte“ – auch ohne große Gesten.
Viele schreiben, sie hätten Angelika Mann immer sofort erkannt – an ihrer Stimme, an der Mischung aus Witz und Gefühl und an ihrer direkten Art.
Angelika Mann stand für ein Handwerk, das heute selten geworden ist: Präsenz ohne Übertreibung, Pointen ohne Kälte, Emotion ohne Pathos.
Was bleibt: Ein Lebenswerk zwischen Musik, Theater und Erinnerung
Angelika Mann steht für eine Generation von Künstlerinnen, deren Karrieren in der DDR begannen und später gesamtdeutsch weitergingen. Sie verband Unterhaltung mit Charakter, Leichtigkeit mit Professionalität – und blieb bis ins hohe Alter aktiv.
Vielleicht ist das ihr stärkstes Vermächtnis: Dass „Größe“ nicht in Zentimetern gemessen wird, sondern in Ausstrahlung.
Zuvor wurde eine weitere traurige Nachricht aus Deutschland bekannt: Der legendäre Rennfahrer Hans Herrmann ist im Alter von 97 Jahren gestorben.