Die USA haben das Thema Grönland erneut ins Zentrum der globalen Geopolitik gerückt, wie die Redaktion von compakt.de berichtet unter Berufung auf 4thebike.de. Dieses Mal ist der Ton aus Washington deutlich schärfer, und die Aussagen von Donald Trump lassen erkennen, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, ohne Kompromisse zu handeln, sollte die Insel in den Einflussbereich anderer Staaten geraten.
Trump legt harte Linie der USA zu Grönland fest
US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, dem 9. Januar, bei einem Treffen mit Führungskräften amerikanischer Ölkonzerne im Weißen Haus, dass Grönland ohne Kontrolle durch Washington unter den Einfluss Russlands oder Chinas geraten könnte. Ein solches Szenario sei für die Vereinigten Staaten inakzeptabel und werde unter keinen Umständen zugelassen, betonte er. Die Arktis habe, so Trump, eine zentrale strategische Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA.
Der amerikanische Präsident erklärte offen, Washington sei bereit, je nach Lage „den leichten oder den harten Weg“ zu gehen. Diese Formulierung lässt sämtliche Optionen offen – von diplomatischem Druck bis hin zu deutlich härteren Einflussmaßnahmen. Im Weißen Haus wird zunehmend deutlich, dass Grönland als Schlüsselfaktor für die Sicherheit in der Arktis betrachtet wird.
Die Haltung Dänemarks ist für Washington kein Bremsfaktor
Donald Trump machte unmissverständlich klar, dass die Meinung Kopenhagens für die Entscheidung der USA nicht ausschlaggebend sein werde. Die Vereinigten Staaten würden in Bezug auf Grönland „etwas unternehmen“, unabhängig von der Reaktion der dänischen Regierung. In Europa wurde dieses Signal als Abkehr von den üblichen Konsultationen unter Verbündeten wahrgenommen.
Zugleich betonte Trump, dass er Dänemark grundsätzlich positiv gegenüberstehe, stellte jedoch die historischen Grundlagen des dänischen Souveränitätsanspruchs über die Insel infrage. Alte Seefahrten seien seiner Ansicht nach kein überzeugendes Argument in der heutigen Geopolitik. Besonders in der Arktis verschärfe sich der Wettbewerb zwischen den Großmächten zunehmend.
Grönlands politische Kräfte treten geschlossen auf
Vor dem Hintergrund der Aussagen aus Washington meldeten sich auch die politischen Akteure in Grönland selbst zu Wort. Die Vorsitzenden von fünf Parteien des grönländischen Parlaments erklärten öffentlich, dass die Bevölkerung der Insel weder die amerikanische noch die dänische Staatsbürgerschaft anstrebe. Für die Gesellschaft Grönlands bleibe die Zukunft des Landes eine Frage der Selbstbestimmung.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Politiker, dass über die Zukunft der Autonomie ausschließlich das grönländische Volk entscheiden müsse. Zudem forderten sie die USA auf, auf eine herablassende Rhetorik zu verzichten und das Recht der Insel auf eine eigenständige Entscheidung zu respektieren. Innerhalb Grönlands wächst die Sorge, von Großmächten lediglich als strategisches Objekt betrachtet zu werden.
USA prüfen Kontrollszenarien bis 2026
In Washington werden nach Informationen aus Regierungskreisen bereits mehrere Szenarien für den Umgang mit Grönland bis Ende 2026 ausgearbeitet. Zu den möglichen Instrumenten zählen verdeckte Einflusskampagnen, die auf eine Verschiebung des politischen Gleichgewichts auf der Insel sowie auf Kontakte zu lokalen Eliten abzielen. Dieser Ansatz ermöglicht es, ohne offene Konfrontation vorzugehen.
Parallel dazu bereitet das Weiße Haus einen Entwurf für ein Freie-Assoziation-Abkommen vor, das Donald Trump der Regierung Grönlands direkt vorlegen könnte – unter Umgehung Kopenhagens. Das Dokument sieht weitreichende Handlungsspielräume für das US-Militär im Gegenzug für zollfreien Handel vor. Das Modell orientiert sich an bestehenden Abkommen der USA mit Mikronesien, den Marshallinseln und Palau.
Dänemark und europäische Partner warnen vor den Folgen
In Kopenhagen werden die Signale aus Washington als inakzeptabel bezeichnet. Die dänische Regierung betont, dass die arktische Region ihre Zukunft ohne äußeren Druck selbst bestimmen müsse. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, ein gewaltsames Vorgehen der USA gegen Grönland würde faktisch das Ende der NATO bedeuten.
In dieser Woche unterstützten auch die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Spaniens, Großbritanniens und Polens öffentlich die Position Dänemarks. Sie betonten, dass ausschließlich Dänemark und Grönland das Recht hätten, über den Status der Insel zu entscheiden. Europas Hauptstädte warnen, dass Ultimaten und geopolitischer Druck in der Arktis das Vertrauen innerhalb des westlichen Bündnisses nachhaltig beschädigen könnten.
Parallel dazu verschärft sich auch der Konflikt zwischen den USA und Russland auf See: Die Beschlagnahmung eines Öltankers hat einen neuen diplomatischen Streit ausgelöst.