Viele Menschen glauben, dass Vermögensaufbau nur mit hohen Einkommen oder großen Einmalbeträgen möglich sei. Genau diese Annahme hält jedoch zahlreiche Menschen davon ab, überhaupt mit dem Investieren zu beginnen. Finanzexperten weisen seit Jahren darauf hin, dass nicht nur die Höhe des Geldbetrags entscheidend ist, sondern vor allem der Faktor Zeit. Bereits kleine monatliche Investitionen können langfristig enorme Unterschiede machen. Besonders ETF-Sparpläne gelten deshalb inzwischen als beliebter Einstieg für Anfänger, diе compakt.de berichtet mit merkur.de.
Aktuelle Berechnungen zeigen, wie stark der sogenannte Zinseszins über Jahrzehnte wirken kann. Wer regelmäßig investiert und ausreichend Zeit mitbringt, profitiert oft deutlich stärker als viele zunächst erwarten.
Wie aus 150 Euro mehr als 220.000 Euro werden können
Laut aktuellen Berechnungen kann ein monatlicher ETF-Sparplan von 150 Euro über 30 Jahre ein Depot von mehr als 220.000 Euro ergeben. Dabei würden lediglich 54.000 Euro tatsächlich eingezahlt. Der deutlich größere Anteil entsteht durch Renditen und den Zinseszinseffekt.

„Der größte Fehler beim Investieren ist oft nicht die falsche Anlage, sondern das Warten“, erklärt Finanzexpertin Margarethe Honisch.
Die Entwicklung im Überblick:
| Zeitraum | Eingezahlt | Depotwert |
|---|---|---|
| 10 Jahre | 18.000 Euro | 27.494 Euro |
| 20 Jahre | 36.000 Euro | 87.960 Euro |
| 30 Jahre | 54.000 Euro | 220.939 Euro |
Besonders auffällig bleibt dabei der Anteil des Zinseszinses. Nach 30 Jahren stammen laut den Berechnungen mehr als 75 Prozent des Vermögens nicht aus eigenen Einzahlungen, sondern aus Erträgen auf frühere Gewinne.
ETF Sparplan 150 Euro gehört aktuell zu den meistgesuchten Themen rund um private Geldanlage und Altersvorsorge.
Warum der Zinseszins so mächtig ist
Der sogenannte Zinseszins gilt für viele Experten als einer der wichtigsten Faktoren beim langfristigen Vermögensaufbau. Gewinne bleiben dabei im Depot und erwirtschaften wiederum neue Gewinne. Dadurch wächst das Kapital im Laufe der Jahre immer schneller.
Besonders am Anfang wirkt dieser Effekt noch relativ klein. Mit zunehmender Zeit beschleunigt sich das Wachstum jedoch deutlich.
„Nicht Geld, sondern Zeit ist die wichtigste Verbündete beim Investieren“, betont Margarethe Honisch.
Viele Anleger unterschätzen genau diesen langfristigen Effekt. Statt früh zu starten, warten sie oft auf ein höheres Einkommen oder „bessere Zeiten“ an der Börse.
Zu den häufigsten Gründen für spätes Investieren gehören:
- Angst vor Börsenschwankungen
- Zu geringes Einkommen
- Unsicherheit über ETFs
- Fehlendes Finanzwissen
- Warten auf höhere Sparbeträge
Experten warnen jedoch davor, den Einstieg immer weiter hinauszuschieben.
Gerade junge Menschen unterschätzen oft, wie wertvoll Zeit beim Investieren sein kann. Kleine Beträge wirken zunächst unbedeutend. Über Jahrzehnte entwickeln sie jedoch eine enorme Dynamik.
Früher starten macht einen riesigen Unterschied
Wie groß der Einfluss des Startzeitpunkts ist, zeigen Vergleichsrechnungen besonders deutlich. Zwei Anlegerinnen mit unterschiedlichen Einstiegszeiten erzielen trotz ähnlicher Einzahlungen völlig unterschiedliche Ergebnisse.
Die Beispielrechnung:
| Person | Alter beim Start | Monatliche Einzahlung | Endkapital |
|---|---|---|---|
| Tina | 50 Jahre | 250 Euro | 87.389 Euro |
| Lisa | 35 Jahre | 150 Euro | 252.053 Euro |
Obwohl Lisa monatlich weniger investiert, erreicht sie langfristig ein deutlich höheres Vermögen. Grund dafür ist die längere Laufzeit und der stärkere Zinseszinseffekt.
Zinseszins ETF entwickelt sich deshalb zunehmend zu einem zentralen Thema moderner Finanzbildung.

Viele Finanzberater empfehlen heute deshalb möglichst frühe Sparpläne – selbst mit kleinen Beträgen.
Warum viele Menschen trotzdem zu spät anfangen
Trotz zahlreicher Informationen investieren viele Menschen weiterhin gar nicht oder erst sehr spät. Finanzexperten sehen dafür vor allem psychologische Gründe. Viele glauben, ihr Betrag sei zu klein oder die Börse aktuell zu unsicher.
„Wer wartet, bis er mehr verdient, wartet oft viel länger als geplant“, erklären Finanzberater.
Vor allem steigende Lebenshaltungskosten führen dazu, dass Investitionen immer wieder verschoben werden. Gleichzeitig wachsen mit höherem Einkommen oft auch die Ausgaben.
Besonders häufig hören Experten diese Aussagen:
- „150 Euro reichen doch nicht.“
- „Ich starte später.“
- „Die Börse ist zu riskant.“
- „Aktuell ist kein guter Zeitpunkt.“
Viele dieser Denkweisen kosten laut Experten langfristig viel Geld.
Die Börse wirkt auf viele Menschen kompliziert oder riskant. Gleichzeitig zeigen langfristige Daten, dass Geduld und regelmäßiges Investieren oft wichtiger sind als perfekte Marktzeitpunkte. Genau darin liegt für viele Anleger der entscheidende Unterschied.
Auch mit 50 kann Investieren noch sinnvoll sein
Finanzexperten betonen ausdrücklich, dass ein später Einstieg trotzdem sinnvoll bleibt. Selbst mit 50 Jahren könne ein langfristiger ETF-Sparplan noch einen wichtigen finanziellen Unterschied im Ruhestand machen.
Besonders interessant bleibt dabei die Möglichkeit, Kapital im Ruhestand weiter investiert zu lassen und schrittweise zu entnehmen. Laut Berechnungen könnten aus rund 87.000 Euro langfristig mehrere Hundert Euro zusätzliches Monatseinkommen entstehen.
„Zu spät ist es nie. Aber früher ist immer besser“, sagt Margarethe Honisch.
Die aktuellen Beispiele zeigen deutlich, wie stark kleine regelmäßige Investitionen langfristig wachsen können. Entscheidend bleibt dabei weniger die Höhe des Startkapitals als vielmehr die Zeit, die das Geld am Markt arbeiten kann. Gerade deshalb raten Experten heute immer häufiger dazu, möglichst früh mit einfachen ETF-Sparplänen zu beginnen – selbst wenn zunächst nur kleine monatliche Beträge verfügbar sind.