Am Donnerstagnachmittag ist es in Nienburg und mehreren umliegenden Ortschaften zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Besonders stark betroffen war die Innenstadt, wo Geschäfte, Supermärkte, Parkhäuser und Verwaltungsgebäude zeitweise ohne Strom waren. Auch in Linsburg, Leeseringen und Estorf fiel die Energieversorgung aus. Feuerwehr und Polizei rückten aus, während der Netzbetreiber Avacon nach der Ursache suchte und an der Wiederherstellung arbeitete, diе compakt.de berichtet mit dieharke.de.
Die Situation entwickelte sich innerhalb weniger Minuten zu einer ernsthaften Störung des öffentlichen Lebens. Ampelanlagen fielen aus, Kassensysteme funktionierten nicht mehr und zahlreiche Betriebe mussten ihre Türen vorübergehend schließen. Für viele Bürgerinnen und Bürger kam der Stromausfall in Nienburg völlig überraschend.

Ursache: Defekt im Umspannwerk und Brand an einer Trafostation
Nach ersten Informationen von Avacon Netz liegt die vermutete Ursache in einem Defekt im Umspannwerk. Zusätzlich wurde bestätigt, dass es an einer Trafostation gebrannt hat. Ob dieser Brand direkt Auslöser des Blackouts war oder lediglich im Zusammenhang steht, wird derzeit noch technisch geprüft.
„Es habe eine Trafostation gebrannt. Ein Zusammenhang mit dem Defekt im Umspannwerk ist möglich, aber nicht sicher“, erklärte ein Sprecher von Avacon.
Die Untersuchungen laufen weiterhin. Fachkräfte analysieren derzeit die betroffenen Anlagen, um eine eindeutige Fehlerquelle zu identifizieren. Solche technischen Störungen können verschiedene Ursachen haben – von Materialermüdung bis hin zu Überlastungen.
Innenstadt lahmgelegt: Supermärkte dunkel, Parkhäuser blockiert
Die Innenstadt von Nienburg war nahezu vollständig vom Stromnetz getrennt. Besonders deutlich wurde das in Supermärkten, die ihre Kunden nach Hause schicken mussten, weil Kassen- und Kühlsysteme nicht funktionierten.
In städtischen Parkhäusern saßen Autofahrer zunächst fest, da die Schrankenanlagen ohne Strom nicht mehr öffneten. Mitarbeitende mussten improvisieren und die Schranken per Hand öffnen oder demontieren.
Ein Stromausfall betrifft nicht nur Licht und Steckdosen. Er legt Systeme lahm, die im Alltag selbstverständlich erscheinen. Plötzlich wird sichtbar, wie stark moderne Städte von stabiler Energieversorgung abhängig sind.
Feuerwehr stellt Notversorgung im Kreishaus sicher
Um wichtige Verwaltungsstrukturen handlungsfähig zu halten, setzte die Feuerwehr Nienburg ein Notstromaggregat ein. Damit wurde im Kreishaus in der Innenstadt eine provisorische Energieversorgung sichergestellt.
Solche Maßnahmen gehören zur kommunalen Krisenplanung. Besonders in Verwaltungsgebäuden müssen Kommunikations- und Koordinationssysteme funktionieren, auch wenn das öffentliche Netz ausfällt.

Ein Experte für Katastrophenschutz erklärt:
„Notstrom ist im Ernstfall kein Luxus, sondern elementar für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.“
Pflegeeinrichtungen prüfen Notfallpläne
Auch soziale Einrichtungen waren alarmiert. In einem Seniorenheim in Nienburg wurde intern geprüft, welche Maßnahmen bei einem längeren Ausfall nötig gewesen wären. Laut Leitung hätte man das Personal aufgestockt und zusätzliche Beleuchtung durch Taschenlampen organisiert.
Das zeigt, dass ein Blackout weit mehr als nur eine technische Störung ist. Besonders für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen können längere Ausfälle erhebliche Risiken bedeuten.
Aktuelle Lage: Nienburg größtenteils wieder am Netz
Nach Angaben von Avacon ist die Stromversorgung inzwischen weitgehend wiederhergestellt. Der Großteil der Straßen und Haushalte wurde wieder zugeschaltet. Lediglich vier Trafostationen seien noch außer Betrieb, an deren Reparatur weiterhin gearbeitet wird.
Die Netzstabilisierung erfolgte schrittweise, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden. Gleichzeitig laufen detaillierte Prüfungen, um die genaue Ursache festzustellen und zukünftige Störungen zu verhindern.
Überblick der wichtigsten Entwicklungen:
- Großflächiger Stromausfall am Donnerstagnachmittag
- Ursache vermutlich Defekt im Umspannwerk
- Brand an einer Trafostation gemeldet
- Innenstadt von Nienburg stark betroffen
- Feuerwehr stellte Notstromversorgung im Kreishaus sicher
- Stromversorgung inzwischen größtenteils wiederhergestellt
Krisenvorsorge im Landkreis Nienburg
Der Landkreis verfügt über 28 sogenannte „Leuchttürme“ – Standorte mit Notstromaggregaten, meist in Feuerwehrhäusern. Diese dienen im Falle eines größeren Blackouts in Niedersachsen als Anlaufstellen für die Bevölkerung.
Fachleute betonen, dass solche Strukturen entscheidend sind, um in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Gerade bei flächendeckenden Stromausfällen kann eine schnelle Koordination lebenswichtig sein.
Was bedeutet der Vorfall für die Zukunft?
Der Stromausfall in Nienburg hat deutlich gemacht, wie sensibel moderne Infrastruktur auf technische Störungen reagiert. Von Ampelanlagen über Supermärkte bis hin zu Pflegeeinrichtungen – zahlreiche Bereiche sind direkt von einer stabilen Stromversorgung abhängig.
Während die meisten Haushalte inzwischen wieder versorgt sind, bleibt die technische Analyse der Ursache entscheidend. Die Ereignisse vom Donnerstag unterstreichen die Bedeutung von Wartung, Netzsicherheit und funktionierender Notfallplanung – nicht nur für Nienburg, sondern für Städte im ganzen Land.