Bombenzyklon „Elli“ trifft Deutschland: Sturm, starker Schneefall und Glatteis sorgen für Unwetterchaos ab Donnerstag

Deutschland steht vor einer gefährlichen Winterlage: Meteorologen warnen vor einer explosiven Mischung aus Sturm, starkem Schneefall und großflächiger Glatteisbildung

Bombenzyklon „Elli“ trifft Deutschland

Deutschland steht vor einer gefährlichen Winterlage: Meteorologen warnen vor einer explosiven Mischung aus Sturm, starkem Schneefall und großflächiger Glatteisbildung, wie die Redaktion von compakt.de berichtet unter Berufung auf web.de. Bereits in den kommenden Tagen könnte das Zusammenspiel dieser Faktoren Verkehr und Alltag massiv beeinträchtigen. Die Situation gilt selbst für wintererfahrene Regionen als außergewöhnlich.

Meteorologen beobachten derzeit die Entstehung eines mächtigen „Bombenzyklons“ über dem Atlantik, der sich mit hoher Geschwindigkeit auf Deutschland zubewegt. Ab Donnerstag gerät das Land zunehmend unter den Einfluss dieses Wetterkomplexes, der mehrere Risiken gleichzeitig mit sich bringt. Neben Schnee und Sturm spielen vor allem abrupte Temperaturwechsel eine zentrale Rolle.

Das Sturmtief „Elli“ gewinnt rasant an Stärke

Auslöser der Wetterlage ist das Sturmtief „Elli“, das sich über dem Atlantik schnell intensiviert und Kurs auf Mitteleuropa nimmt. Der Deutsche Wetterdienst registriert eine extrem dynamische Entwicklung, die innerhalb kurzer Zeit erhebliche Auswirkungen entfalten kann. DWD-Meteorologe Adrian Leyser Sturm beschreibt die Situation als Abfolge schneller, kaum vorhersehbarer Wetterumschwünge.

Innerhalb von nur 24 Stunden sinkt der Luftdruck um rund 30 Hektopascal. Diese rasche Intensivierung gilt als typisches Merkmal eines Bombenzyklons. Die Folge ist eine gefährliche Überlagerung mehrerer Wettergefahren, darunter kräftiger Schneefall, schwere Sturmböen und problematische Temperaturschwankungen.

Bombenzyklon „Elli“ trifft Deutschland: Sturm, starker Schneefall und Glatteis sorgen für Unwetterchaos ab Donnerstag
Bombenzyklon „Elli“ trifft Deutschland

Donnerstag: Der Süden bekommt zuerst Schnee

Am Donnerstag erreichen die ersten Ausläufer des Tiefs Deutschland. In vielen Regionen beginnen die Niederschläge zunächst als Schnee, vor allem im Süden und Südwesten des Landes. Mit dem zunehmenden Einfluss milderer Atlantikluft ändert sich jedoch der Charakter der Niederschläge.

Gerade der Übergang von Schnee zu Regen sorgt für eine heikle Lage. Trifft Regen auf gefrorenen Boden, bildet sich innerhalb kurzer Zeit eine gefährliche Eisschicht. In mehreren Regionen steigt das Risiko von Glatteis deutlich an, was besonders für den Straßenverkehr problematisch wird.

Freitag markiert den Höhepunkt der Unwetterlage

Am Freitag erreicht das Sturmtief „Elli“ seinen stärksten Abschnitt. Meteorologen halten in weiten Teilen Deutschlands die Ausrufung der höchsten Warnstufe für möglich. Diplom-Meteorologe Dominik Jung rechnet in höheren Lagen mit Orkanböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde.

Auch in tieferen Regionen drohen schwere Sturmböen. Besonders betroffen dürften der Norden und Osten Deutschlands sein. Dort sind intensive Schneefälle angekündigt, die sich unter starkem Wind rasch zu gefährlichen Schneestürmen entwickeln können.

Schneemassen und Gefahr regionaler Abschottung

Wetterexperte Sebastian Wache warnt im Gespräch mit dem NDR vor „blizzardähnlichen Verhältnissen“. In einzelnen Gebieten könnten mehr als 50 Zentimeter Neuschnee fallen. Der Schwerpunkt des Tiefdruckgebiets wird nahe der Ostseeküste in Schleswig-Holstein erwartet.

Starker Schneefall in Kombination mit heftigem Wind begünstigt die Bildung massiver Schneeverwehungen. Straßen und Bahnverbindungen können dadurch schnell blockiert werden. In einzelnen Regionen besteht die Gefahr, dass Ortschaften zeitweise kaum erreichbar sind.

Verkehr stark eingeschränkt – Behörden raten zum Zuhausebleiben

Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit erheblichen Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr. Besonders kritisch sind Phasen mit starkem Wind und Schneefall, die die Sicht drastisch verschlechtern. Selbst kurze Fahrten können unter diesen Bedingungen riskant werden.

Meteorologe Dr. Karsten Brandt betont gegenüber der „Bild“, dass die Lage ernst genommen werden müsse. Er rät dazu, nicht zwingend notwendige Fahrten zu verschieben und möglichst zu Hause zu bleiben. Vor allem am Donnerstag und Freitag könne die Situation auf den Straßen lebensgefährlich werden.

Glatteis und starke Temperaturgegensätze verschärfen die Lage

Neben Schnee und Sturm stellt Glatteis eine weitere große Gefahr dar. Besonders kritisch sind Regionen, in denen zeitweise mildere Luft auf gefrorene Böden trifft. Dort kann gefrierender Regen innerhalb kurzer Zeit zu spiegelglatten Straßen führen.

Im Westen und Süden bringt der stürmische Wind vorübergehend mildere Atlantikluft. Niederschläge gehen stellenweise auch in höheren Lagen in Regen über und lösen Tauwetter aus. Diese Phase bleibt jedoch kurz, denn mit der nächsten Abkühlung kehrt der Schnee zurück.

Samstag und Sonntag: Kälte setzt sich erneut durch

Am Samstag verlagert sich das Sturmtief allmählich nach Südosten. Auf seiner Rückseite strömt erneut kalte Luft nach Deutschland, sodass im Süden und Westen Regen wieder in Schnee übergeht. In den Mittel- und Hochgebirgen können sich dabei größere Neuschneemengen ansammeln, die durch den Wind stark verweht werden.

Viele Kommunen bereiten sich bereits auf die Folgen der Unwetterlage vor. In Hamburg wurde das Streusalzverbot vorübergehend aufgehoben, um Gehwege sichern zu können. Zudem raten Behörden davon ab, Wälder und Parks zu betreten, da die Gefahr von Schneebruch besteht. Auch Eisflächen gelten weiterhin als unsicher.

Am Sonntag beruhigt sich das Wetter langsam. In der Nacht kann es bei klarem Himmel und wenig Wind jedoch sehr kalt werden. In den Mittelgebirgen sind über Schneedecke Temperaturen von bis zu minus 20 Grad möglich. Trotz einer leichten Entspannung bleibt die Wetterlage angespannt und erfordert weiterhin erhöhte Vorsicht.

Parallel zu den akuten Wetterwarnungen rücken auch politische Entscheidungen in den Fokus: Mit der Gesundheitsreform 2026 planen Union und SPD milliardenschwere Einsparungen im Gesundheitssystem.