In einem europäischen Nachbarland breitet sich derzeit eine besonders aggressive Krankheitswelle aus. Viele Betroffene klagen über starke Beschwerden, die zunächst an eine schwere Erkältung oder Grippe erinnern. Wie die Redaktion von compakt.de berichtet, ist vor allem Großbritannien stark betroffen. Die Symptome gehen jedoch oft deutlich über das übliche Maß hinaus und halten ungewöhnlich lange an. Inzwischen ist klar, dass nicht klassische Grippeviren, sondern Adenoviren hinter der Welle stecken.
Großbritannien besonders stark betroffen
Während im Winter Atemwegserkrankungen nichts Ungewöhnliches sind, nimmt die aktuelle Lage in Großbritannien eine besondere Dimension an. Viele Patienten berichten über anhaltenden Husten, starke Halsschmerzen, hohes Fieber und ausgeprägte Erschöpfung. Anders als bei einer normalen Erkältung fühlen sich viele Erkrankte über Tage oder sogar Wochen stark eingeschränkt. Ärzte sprechen von deutlich schwereren Krankheitsverläufen als üblich. Besonders belastend ist die lange Dauer der Symptome, die bei vielen Betroffenen bis zu zwei Wochen anhält. Das Gesundheitssystem steht dadurch spürbar unter Druck.
Typische Beschwerden der Erkrankten
Die Symptome ähneln zunächst einer Grippe, entwickeln sich jedoch oft weiter. Viele Patienten sind länger arbeitsunfähig und benötigen intensive Ruhephasen. Hinzu kommt, dass sich die Viren sehr leicht verbreiten. Das führt dazu, dass ganze Familien oder Arbeitsumfelder gleichzeitig erkranken. Besonders in der kalten Jahreszeit begünstigen enge Kontakte die Ausbreitung.
Adenoviren als Auslöser der Krankheitswelle
Als Hauptverursacher der Krankheitswelle gelten Adenoviren. Diese Viren sind hoch ansteckend und für besonders intensive Krankheitsverläufe bekannt. Im Vergleich zu vielen anderen Atemwegsviren greifen sie nicht nur die Atemwege an. Betroffene berichten häufig von einem insgesamt schweren Krankheitsgefühl. Die Erholung dauert oft deutlich länger als erwartet. Genau diese Eigenschaften machen Adenoviren derzeit so problematisch.
Weitere betroffene Organe
Neben den Atemwegen können Adenoviren auch andere Bereiche des Körpers angreifen. Dazu zählen unter anderem die Augen, der Magen-Darm-Trakt und sogar die Blase. Möglich sind schmerzhafte Bindehautentzündungen mit brennenden, tränenden Augen. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten bei vielen Patienten auf. Diese Kombination verstärkt das Krankheitsgefühl zusätzlich.
Wer besonders gefährdet ist
Für gesunde Erwachsene verlaufen Adenovirus-Infektionen meist ohne ernste Komplikationen. Dennoch gelten bestimmte Gruppen als besonders gefährdet. Dazu gehören Schwangere, ältere Menschen, Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei ihnen können die Symptome schwerer ausfallen und länger anhalten. Ärzte raten diesen Gruppen zu besonderer Vorsicht. Frühzeitige Schonung und medizinische Abklärung sind hier besonders wichtig.
Schutzmaßnahmen und Hygiene im Alltag
Adenoviren gelten als besonders widerstandsfähig. Sie können auf Oberflächen lange überleben und sich so leicht verbreiten. Deshalb spielt Hygiene eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist eine der wirksamsten Maßnahmen. Auch das Meiden großer Menschenansammlungen kann das Infektionsrisiko senken. In Großbritannien wird aktuell empfohlen, unnötige Kontakte zu reduzieren.
- gründliches Händewaschen mit Seife
- regelmäßiges Lüften von Innenräumen
- Vermeidung enger Kontakte bei Krankheitssymptomen
- Nutzung eigener Handtücher und Hygieneartikel
Wie ist die Lage aktuell in Deutschland
In Deutschland stellt sich die Situation derzeit anders dar. Zwar gibt es saisonbedingt viele Atemwegserkrankungen, doch Adenoviren spielen bislang keine dominante Rolle. Laut dem Robert-Koch-Institut sind wöchentlich rund 7,1 Millionen Menschen von neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankungen betroffen. Die aktuelle Grippewelle begann nach Definition des Instituts bereits mit Kalenderwoche 48. Damit startete sie zwei bis drei Wochen früher als in den Jahren 2023 und 2024. Eine vergleichbare Adenovirus-Welle wie in Großbritannien wird in Deutschland derzeit jedoch nicht beobachtet.
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