Neuer Stadtteil im Nordwesten – So will Frankfurt Wohnungsnot lindern

Neuer Stadtteil in Frankfurt: Chancen und Kritikpunkte

Im Nordwesten von Frankfurt am Main soll ein neuer Stadtteil entstehen, der Platz für rund 17.000 Menschen bietet. Wie die Redaktion von compakt.de berichtet. Das Projekt setzt stark auf klimafreundlichen und sozialen Wohnungsbau und soll einen spürbaren Beitrag gegen die angespannte Wohnraumsituation leisten. Geplant sind neben Wohnungen auch Schulen, Kitas, Arbeitsplätze und große Grünflächen. Der politische Beschluss für die Entwicklung wurde Mitte Dezember gefasst.

Lage und Umfang des neuen Stadtteils

Der geplante Stadtteil soll auf einer Fläche von rund 550 Hektar entstehen. Das Areal liegt zwischen Niederursel, der Nordweststadt und Praunheim. Vorgesehen sind insgesamt etwa 6.800 Wohnungen, die fast ausschließlich dem sozialen Wohnungsbau zugeordnet werden. Ergänzt wird das Wohnangebot durch umfangreiche soziale und städtische Infrastruktur. Ziel ist es, einen eigenständigen und gut vernetzten Stadtteil zu schaffen.

Neuer Stadtteil im Nordwesten - So will Frankfurt Wohnungsnot lindern

Geplant sind unter anderem:

  • Drei Schulen und mehrere Kitas
  • Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten
  • Freizeit- und Sportanlagen
  • Parks und großzügige Grünflächen

Fokus auf sozialen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der klare Verzicht auf klassische Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäuser. Stattdessen soll nahezu der gesamte Wohnraum sozial oder genossenschaftlich organisiert werden. Damit verfolgt die Stadt das Ziel, langfristig bezahlbare Mieten zu sichern. Gleichzeitig sollen vielfältige Nachbarschaften entstehen, die soziale Durchmischung fördern. Politische Vertreter sehen darin einen wichtigen Schritt gegen die Wohnungsnot.

Bedeutung für den Frankfurter Wohnungsmarkt

Frankfurt gehört zu den Städten mit besonders hohem Druck auf dem Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum übersteigt seit Jahren das Angebot. Der neue Stadtteil soll diese Lücke zumindest teilweise schließen. Durch die Größe des Projekts könnte spürbar Entlastung entstehen. Besonders Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen sollen profitieren.

Kosten und Finanzierung des Großprojekts

Die Gesamtkosten für den neuen Stadtteil werden auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Diese Summe soll unter anderem durch den Verkauf von Grundstücken erwirtschaftet werden. Weitere Finanzierungsmodelle werden derzeit geprüft. Klar ist jedoch, dass es sich um eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der letzten Jahre handelt. Entsprechend komplex sind Planung und Umsetzung.

Zeitplan und aktueller Planungsstand

Die Idee eines neuen Stadtteils wird bereits seit fast neun Jahren diskutiert. Trotz des nun gefassten Grundsatzbeschlusses steht der Baubeginn noch nicht unmittelbar bevor. Frühestens ab dem Jahr 2030 könnte mit dem Bau des ersten Quartiers begonnen werden. Zuvor sind weitere Abstimmungen notwendig. Dazu gehören Gespräche mit umliegenden Gemeinden sowie Beteiligungsverfahren für Bürgerinnen und Bürger.

Kritik von Umlandgemeinden und Umweltschützern

Nicht alle Beteiligten stehen dem Projekt positiv gegenüber. Für den neuen Stadtteil müssten angrenzende Gemeinden Flächen abgeben, was dort auf Widerstand stößt. Auch Umweltverbände äußern Bedenken. Kritisiert wird unter anderem die Nähe geplanter Wohnbebauung zu Hochspannungsleitungen.

Umwelt- und Wasserschutz als Streitpunkte

Nach Einschätzung von Umweltschützern würde durch das Bauprojekt ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet versiegelt. Dieses trage bisher zur Abkühlung des Stadtgebiets im Sommer bei. Zudem liege ein Teil der geplanten Bebauung im Wasserschutzgebiet von Praunheim. Kritiker befürchten langfristige negative Folgen für das Stadtklima und die Wasserversorgung. Diese Punkte sollen im weiteren Planungsprozess geprüft und bewertet werden.

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